Local SpotsWir waren wieder einmal für eine ganze Woche in Portes du soleil stationiert und haben es ganz schön krachen lassen. Wie der Titel bereits erahnen lässt, waren wir jedoch nicht restlos begeistert.

Schon 2007 waren die Strecken in Morzine und Les Gets mit Bremswellen gepflastert, aber irgendwie hat man sich damit abgegeben. Klar ist es kein Genuss, aber das gehört nunmal dazu. Ist das so?

Local Spots - Das Bremswellen Massaker
Wenn die Anlieger mal sauber waren, konnte man so richtig Gas geben.

Schlimmer sind die Bremslöcher eigentlich nicht geworden, aber mehr. An vielen Stellen kann man sie mit mehr Speed oder einer anderen Linienwahl locker umgehen oder zumindest entschärfen. Aber vor und nach dem nächsten Anlieger kommen ja schon wieder neue. Vor und nach dem nächsten Table ebenfalls. Was soll denn der Scheiss?

Was ist bloss passiert? Werden wir zu alt? Oder weshalb stören uns die Bremswellen in den Bikeparks plötzlich so sehr? Ich liebe sowohl die Strecke von Pleney (Morzine) als auch die von Chavannes (Les Gets). Sie sind beide schön breit in den Hang gepflügt worden und bieten eine Vielzahl an spielerischen Möglichkeiten und Speedpotential bis zum Abwinken. Dennoch war ich dieses Jahr lieber auf Strecken unterwegs, die weniger grobe Action boten, dafür aber eine schöne Linienwahl gewährleisteten und daher zu mehr Flow führten. Vorallem suchte ich jedoch Strecken ohne Bremswellen. Mag sein, dass einem diese mit 20 Zentimeter Federweg nicht so schlimm vorkommen. Dennoch bremsen sie den Fahrfluss und den Fahrspass.

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Evolution of a line.

Ich sehe ja ein, dass die Entstehung von Bremswellen bei einer solchen Frequenz völlig natürlich ist und man vorallem in einem gut besuchten Bikepark nicht viel dagegen machen kann (Ein paar Ansätze gäbe es ja schon). Aber ich will mich nicht mehr damit abfinden. Biken ist für mich mehr, als Bremswellengehoppel gekoppelt mit mehr oder weniger langen Flugphasen – aber so sehen die meisten „Freeridetrails“ in den Bikeparks heutzutage nunmal aus.

So sehr ich auch auf Speed, Anlieger und Kicker stehe, entschädigen mich diese positiven Erlebnisse leider nicht in dem Mass, dass ich mich mit Hunderten von Bremswellen auf jeder Abfahrt abfinde. Da fahre ich lieber einen holprigen und kniffligen Singletrail mit Wurzeln, Steinen und Absätzen. Es rüttelt wohl genauso – nur ist das natürlich, abwechslungsreich und macht viel mehr Spass.

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Pretty fly for a white guy!

Da bot sich uns im Gebiet Châtel schon eine weitaus angenehmere Trail-Infrastruktur. Von Grün bis Schwarz waren die Trails in einem weitaus besseren Zustand (weil neuer) und bereiteten uns erheblich mehr Spass. Klar sind auch diese Trails ziemlich ausgewaschen und zum Teil enorm verbremst. Aber alleine schon die Anzahl an unterschiedlichen Trails sorgt für eine angenehme Verteilung der Bikerschar und dadurch weniger Trailverschleiss. Ob Downhill, Singletrail-Cruisen oder Northshore-Action, im grossräumigen Bikegebiet Chatel wird alles geboten. Ich empfehle es jedoch nicht jedem, den sonst sieht es auch dort bald so aus, wie in Morzine und Umgebung.

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Yours truly.

Die besten Trails? Die sind versteckt. Nur mit Zufall, einem Insider-Tip oder einer guten Karte findet man die besten Singletrails und Verbindungswege. Diese sind weitaus weniger befahren und bieten genau das Erlebnis, das Normalo-Biker wie wir suchen: Eine Liftverbindung, eine schöne Landschaft und eine spassige Abfahrt, die vorzugsweise bis ins Tal führt. Davon findet man in der Region noch unzählige. Vorausgesetzt man sucht danach…

Abgesehen davon hat es uns in Portes du soleil wieder sehr gefallen. Wir hatten dank Madam Röpon wieder eine einzigartig geile Unterkunft: Eine ganze Hütte für uns allein, einen Katzensprung von der Talstation des Pleney-Lifts entfernt und unmittelbar beim Burger Place! Kulinarisch haben wir uns selbst verwöhnt, da man in den Restaurants leider nur Standardfood à la Pizza, BBQ und zweifelhafter ‚einheimischer‘ Küche bekam. Wir liessen es uns die ganze Woche mit bestem Fleisch vom Grill und sonstigen selber zubereiteten Leckereien gut gehen.

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Good times, eh?

Da Morzine ausgangsmässig nicht viel zu bieten hat und uns das Biken ziemlich erschöpft hat, waren die Abende eher ruhig. Beim gemütlichen Bier (oder drei, oder vier) sassen wir bei uns im Garten, liessen die übersäuerten Arme und Beine hängen und quatschten meist bis in die Nacht hinein. Alles sehr relaxt und unterhaltsam.

Fotos Portes du soleil 2008 – flowzone.ch

Ob wir so bald wieder dort Ferien machen? Eher nicht. Das nächste mal gehen wir wohl lieber ins Wallis oder ins Bündnerland und geniessen dort die Besinnlichkeit, Abgeschiedenheit und Natur für uns. Ohne Heerscharen von anderen Bikern. Ohne eine Touristen-Einkaufsmeile. Ohne Bremswellen.

Author: flowzone

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2 Kommentare:

  • Im Vergleich mal das Review aus dem Jahre 2005: http://www.flowzone.ch

    Da klang es aber ganz anders. Die jugendliche Euphorie halt :-D

    Ein Auszug aus dem Bericht von 2007: „Die Strecke in Morzine hat sich kaum geändert. Einen Unterhalt scheint sie nicht mehr wirklich nötig zu haben, denn die Trails sind schon so ausgewaschen und plattgefahren, dass sich weder bei Regen, noch bei staubtrockenen Verhältnissen etwas an der Charakteristik ändert. Bremswellen, Anlieger, Bremswellen, Kicker, Bremswellen, Wallride, Bremswellen.. Kaum zu glauben, wo der heutige Biker überall das Gefühl hat, bremsen zu müssen. Egal, mit dem richtigen Tempo, der richtigen Linie und einem ensprechenden Bike ist das halb so schlimm. Obwohl man bereits am ersten Tag die Hände und Unterarme spürt, als ob man 50 Runden Armdrücken mit der Weltelite durchgemacht hätte.“

    :D

  • war auch gerade dort, muss sagen die bremswellen stressen schon aber mit einer anderen linienwahl lässt sich das meist umgehen. die trails bei chatel sind meiner meinung nach am besten, traumhaft flowig…

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Erstellt von am 14. August 2008