Silence is golden – Bikegeräusche nerven

Die Entwicklungsschritte bei den Bikes und Kompenenten werden immer kleiner. Der Federweg hat sich eingependelt, das Gewicht lässt sich kaum noch drücken, die Bremsen sind auf einem derart hohen Standard wie nie zuvor. Klar, dass da die dampfenden Entwicklerköpfe auf so komische Ideen kommen, wie unterschiedliche Radgrössen oder etliche neue Steckachsen-Standards. Wo aber noch jede Menge Entwicklungspotential drin steckt, ist der Geräuschpegel der Bikes.

Ich rede hier nicht von trötenden Bremsen, schmatzenden Gabeln oder nach Luft ringenden Dämpfern (dagegen kann man meistens etwas unternehmen) – sondern von den Grundgeräuschen, welches jedes Bike macht. Die Kettenführung rattelt ein wenig, die Kette schlägt an die Kettenstrebe, das Schaltwerk hüpft bei jedem Schlag – und wenn man zur Abwechslung mal gemütlich am Cruisen ist, rattert die Nabe.

Nun gut, nicht jede Nabe ist so laut und auch nicht jede Kettenführung macht Geräusche – dennoch kommen enorm viele Frequenzen aus dem Antrieb, vorallem beim Downhill. Wer mal bei einem NoChain-Race dabei war oder selber mal ein paar Abfahrten ohne Kette gemacht hat, weiss bestimmt, was ich meine.

Stellt euch jetzt mal vor, wie geräuscharm ein Bike unterwegs ist, wenn es keine Kassette, keinen Freilauf, kein Schaltwerk, keine Kettenführung und nicht einmal eine Kette dran hat. Wer schwebt im Winter mit dem Snowboard gerne im Tiefschnee? So kann man sich das ungefähr vorstellen.

Specialized SX Trail Singlespeed
Singlespeed am Freerider – Absolut puristisch, jedoch nicht über alle Zweifel erhaben

Vorteile

Nebst erheblichen Gewichtsvorteilen, spart man einen ziemlichen Batzen Geld für Anschaffung und Unterhalt der Komponenten. Das Bike wird agiler, bekommt ein leichteres Heck und ganz ohne Kettenblätter sogar noch mehr Bodenfreiheit. Ausserdem ist das Feeling auf dem Trail mit einem so ruhigen Bike einfach unschlagbar.

Nachteile?

Nunja, ohne Antrieb lässt es sich wirklich schlecht Treten. Auch wenn man mit der Bahn unterwegs ist, kommt man immer wieder an Gegenanstiege oder Traversen, wo man ohne mindestens einen Gang nur noch zu Fuss vorwärts kommt. Hochfahren mit nur einem Gang kann man über längere Distanzen eigentlich streichen.

Für nur einen Gang jedoch wieder eine Kette, einen Freilauf, einen Kettenspanner und so weiter ans Bike zu schrauben, lohnt sich wiederum kaum, da die Gewichts- und Geräuschvorteile einiges geringer ausfallen.

Ganz ohne Antrieb, wird es auch auf dem Trail manchmal etwas eng. Vorallem auf verwinkelten oder verblockten Trails, wo man ein wenig Antritt benötigt, um es über das nächste Hindernis zu schaffen. Mit ein wenig Fahrtechnik und Eingwöhnungszeit geht das aber auch so.

Fazit

Ich bin davon überzeugt, dass irgend ein Bikehersteller mal auf die Schnappsidee kommt, ein Downhillbike mit nur einem Gang anzubieten. Ganz ohne Antrieb ist auch nicht das Wahre und alternative Antriebsmethoden zeigen grössere Schwächen, als nur einen hohen Geräuschpegel.

Positive Entwicklung: Das Shadow-Plus System von Shimano, welche den Kettenschlag und somit den Geräuschpegel effektiv vermindert.

Hier noch ein Video mit Bikegeräuschen, die weniger Nerven:

Sampled Bike from Matthew Dennison on Vimeo.

 

Warst du auch schon mal mit einem Singlespeeder auf dem Trail? Hat dir das gefallen oder war es eher ungewohnt und eher lästig? Nerven dich die Geräusche an deinem Bike manchmal auch?

Welche Bikegeräusche hattest du auch schon und wie hast du sie beseitigt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

11 Gedanken zu “Silence is golden – Bikegeräusche nerven”