183 Stunden im Gigeliwald

Was im Gigeliwald an einem schönen Frühlingstag im April 2011 auf die Beine gestellt wurde, gab’s in der fünfzehnjährigen Geschichte des Trails noch nie! Ein riesiges Kompliment an die Organisatoren und Beteiligten. Flowzone war schon an manchem Bautag, aber eine solche Motivation wie am Gütsch, haben wir noch nie erlebt.

Samstag morgen. 8.30 Uhr. Scheisse, verpennt!

Eigentlich wollte ich einer der Ersten sein, damit ich den Zustand des Waldes ‚vorher‘ fotografieren konnte. Als ich jedoch kurz nach neun im Gigeliwald eintraf, war ich ganz schön überrascht, dass bereits 20 Freiwillige eifrig an der Arbeit waren und neben der Strecke auch noch den Wanderweg gesäubert und von altem Holz und Müll befreiten. Alleine die Abriss- und Aufräumarbeiten für den unteren Teil des Gigeliwald Trails dauerten gute 2 Stunden. Millionen von kleinen Mücken und zwei Dutzend schwitzende Biker keuchten und fleuchten durch den Wald und legten den Grundstein für eine radikale Streckenrevision.


Aufreissen, einreissen, abreissen, rauswuchten, runtertragen, rauftragen, …

Fliessend ging es dann in den Neuaufbau der verschiedenen Brücken und Anlieger über. Dank der Vorarbeit der Freeride Connection, welche zwei Wochen zuvor ganze 15 Tonnen Steine in den Wald befördert, verkleinert und anschliessend verteilt hatte, konnte man die neuen Anlieger in Rekordzeit wieder aufstellen. Und zwar auf einem Qualitätsstandard, den es zumindest am Gütsch bisher noch nicht gab. Auch den notorisch feuchten und zerfurchten Streckteilen ging es an den Kragen.

Meterlange Aushübe wurden mit Tonnen von Steinen gefüllt und Abflusskanälen versehen, welche anschliessend wieder mit viel Erde zugedeckt und in den Ursprungszustand gebracht wurden. Vorallem den Landezonen wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt, damit sie nicht, wie in der Vergangenheit, nach wenigen Monaten wieder ausgefahren und ausgewaschen werden. Diese Vorgehensweise ist der Grund, dass wir so stolz und erfreut über die Resultate dieses Trailbautages sind. Die Arbeiten sind grundsolide, durchdacht und mit viel Detailliebe umgesetzt.

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Beim Start des unteren Streckenabschnitts gibt es neu 2 kleine Anlieger, welche die Anfahrt zum grossen Table erleichtern und mehr Schwung bieten. Die anschliessende Holzkonstruktion wurde revidiert und der Landebereich danach mit gut einer Tonne Steinen unterlegt und einer Drainage versehen. Noch vor der Brücke wurden nochmals zwei Stellen komplett ausgehoben und mit der selben Methode wie oben in einen erstklassigen Zustand gebracht. Seht euch das folgende Foto an. Madam bemerkte, es sehe aus, wie in einem frisch geputzten Wohnzimmer und hat es genau auf den Punkt gebracht.

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Wie ein Babypopo – nur besser Entwässert :)

Die Brücke und der Anlieger vor dem unteren grossen Table wurden neu gebaut, der Table selbst ist noch unverändert. Der grosse Anlieger vor der letzten Brücke erstrahlt in einem komplett neuen Glanz. Im letzten Teil wurden vorallem die Wasserrinnen vergrössert und überbaut und an einer Stelle mit einem neuen Double versehen.

Wer schon mal an einem Bautag dabei war, wird spätestens jetzt begreifen, was in dieser kurzen Zeit erreicht wurde. Nach dem Mittag waren wir sogar über 30 Leute und haben nochmal richtig Gas gegeben. Fast 200 Mannstunden an einem einzigen Tag! Wie bereits erwähnt liegt die besondere Leistung nicht darin, möglichst viele neue Sachen einzubauen, sondern das Bestehende endlich mal vorbildlich und nachhaltig in Stand zu stellen. Kein morsches Holz als Baumaterial und wenige Zentimeter breite offene Rinnen zur Entwässerung wie früher. Deshalb an dieser Stelle nochmal ein grosses Kompliment an die MTB Freeride Connection und die Bauleiter.

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Das grösste Lob geht aber ganz klar an jeden einzelnen, der sich an diesem warmen und sonnigen Tag im Gigeliwald den Arsch aufgerissen hat. Wir haben geschwitzt, gekeucht, geflucht und gelacht. Sehr viel gelacht. Man konnte den Tatendrang und die Motivation förmlich spüren – schliesslich ist es auch nicht irgendeine Strecke, sondern UNSERE. Zuhause. Da steckt halt mehr Leidenschaft dahinter.

Ich vergesse immer wieder, wieviel Spass ein Bautag macht. Klar, man ist (vorallem als Bürogummi) am Ende völlig erschöpft und gerädert. Man schaufelt und hackt und trägt und hämmert bis Arme und Beine fast abfallen. Aber es gibt einem eine grosse Genugtuung, etwas Gutes für den Trail gemacht zu haben. Ausserdem kann man die Strecke ein wenig mitgestalten und eigene Vorstellungen einbringen. Das erhöht wiederum die Vorfreude auf die erste Fahrt auf dem neuen Trail ungemein. Last but not least ist es der Spass und die Zusammengehörigkeit die man verspürt, wenn man mit 30 Gleichgesinnten an einem Strang zieht. Und wie wir gezogen haben!

Vielen Dank. Es hat verdammt viel Spass gemacht.

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Die (mehr oder weniger) wohlverdiente Mittagspause mit lecker Würstchen und Bier.

Fazit: Wir sind überzeugt wie noch nie, dass der neue Trail am Gütsch ein riesiger Erfolg wird. Mit einer solchen Manpower, Entschlossenheit und Motivation, wird die Strecke in kürzester Zeit beendet sein und bestimmt mehr Spass machen als je zuvor.

Weiteres Vorgehen: Es gibt im unteren Abschnitt noch einiges zu tun. Die neuen Kurven und Hügel müssen sich erstmal ein wenig setzen. Danach wird sicherlich nochmal einiges ausgebessert werden müssen. Ausserdem soll es ja auch noch eine schöne Grillstelle geben. Der obere Abschnitt wird sicherlich erst danach in Angriff genommen. Es gibt also noch viel zu tun!

Bis zur Fertigstellung der Strecke herrscht weiterhin absolutes Fahrverbot!

Der nächste Bautag ist provisorisch für den 14. Mai 2011 geplant! Das definitive Datum wird rechtzeitig kommuniziert.

Nächster Bautag: 7. Mai 2011 9.00 – 13.00 Uhr

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Hier noch ein paar bewegte Bilder dazu:

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