Kanada: Unterkunft + Transportation

CanadaDa bei uns regelmässig Anfragen über unsere Reisen nach Kanada oder die Trails in British Columbia eingehen, möchte ich hier nochmals einige wichtige Infos und Tipps zusammenbringen.

Unterkünfte und Transportation:

2004 waren Dave und ich in einem grossen Mietwagen unterwegs und haben mehrheitlich in Hotels übernachtet. Das ist definitiv die teuerste Variante, durch BC zu reisen. Klar hat man alle Annehmlichkeiten wie Fernseher, warmes Wasser und frisch bezogene Betten, dafür muss man sich aber mit einigen Nachteilen abgeben: Jeden zweiten oder dritten Tag ein neues Hotel suchen und das ganze Gepäck wieder zusammenpacken, transportieren und wieder auspacken? Glaubt mir, spätestens nach dem zweiten Mal nervt das ungemein.

Canada - Kanada: Unterkunft + Transportation
Es nervt gewaltig, von Hotel zu Hotel zu hetzen und dabei die wertvolle Freizeit in den Ferien zu verschwenden!

 

Jugendherbergen / Hostels in Kanada

Es geht natürlich auch günstiger, indem man in Hostels übernachtet. So nennt man in Kanada die Jugenherbergen. Da bekommt man ab 15 Mäusen bereits ein Bett, muss sich das jedoch mit bis zu einem halben Dutzend anderen Leuten teilen. Das Klo teilt man sich dann meistens mit 20 Leuten oder mehr, was man den Meisten auch anmerkt, egal wie regelmässig sie geputzt werden. Neben dem mühseligen ‚Umziehen‘ kommt hier erschwerend hinzu, dass man sich die Betten/Zimmer in den Hostels vorher reservieren muss. Ist nicht so toll, wenn man sich nach einem geilen Tag auf den Trails noch mit der Planung der weiteren Route oder der Reservierung des nächsten Hostels beschäftigen muss. Zumal diese öfters auch noch ausgebucht sind..

Motorhome / RV / Wohnwagen

2007 haben wir uns also in weiser Voraussicht einen Wohnwagen gemietet. Den Luxus, welches ein solches Motorhome bietet, darf man nicht unterschätzen! Mit Küche/Wohnzimmer, Bad und Dusche und ganzen 3 Doppelbetten hat man tatsächlich ein mobiles Zuhause. Der Kühlschrank kann mit allerlei Leckereien befüllt werden und auch das kühle Bier wartet nach dem Biken bereits auf die durstigen Rider. Auch das Kochen und Abwaschen war überhaupt kein Problem und mit der Mikrowelle lässt sich sogar noch das eine oder andere Häppchen aufwärmen.

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Unser Chef de cuisine bei der Arbeit. Im Motorhome gibt’s alles, was man für die Zubereitung einer leckeren Mahlzeit benötigt

Ausserdem kann man in Kanada einen RV praktisch auf jeden Parkplatz stellen, ohne befürchten zu müssen, in der Nacht von irgend welchen Ordnungshütern geweckt und weggeschickt zu werden. Somit sucht man sich die Aussicht für die fast allabendliche Grillrunde selber aus! In meinen Augen ist DAS purer Luxus.

Die Nachteile sind natürlich auch nicht zu unterschätzen. In einem RV hat es einfach keinen Platz für Bikes und diese abends einschliessen zu können, ist verdammt wichtig. Gäbe es was Schlimmeres, als noch ein paar Wochen Ferien vor sich zu haben, aber das geliebte Bike wird geklaut? Kann einem sowieso passieren, aber etwas sicherer ist es auf alle Fälle, wenn man die Bikes in einem Fahrzeug verstaut. Ein weiterer Nachteil ist ganz klar die Abwasser-Entsorgung. Wir hatten zum Glück unseren Klomeister Chiller (aka St. Platten) am Start, der diese Aufgabe demütig übernahm. Das ändert die Tatsache nicht, dass unser Abwassertank bei vier ständig dreckigen, durstigen und hungrigen Bikern alle zwei Tage randvoll war. Also wieder auf die Suche nach einem Camping-Ground oder einer Dumping-Station. Das Wasser geht einem auch sehr schnell aus und der Strom ist natürlich auch nicht unendlich. Und glaubt ja nicht, euer Duschwasser rieche besonders gut! :(

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Chary und Brooke vom Bicycle Cafe hatten überhaupt keine Probleme damit, dass wir unseren RV vor dem Laden abgestellt hatten.

Aber man ist schliesslich unterwegs und sollte auf einige Annehmlichkeiten verzichten können, die man Zuhause für selbverständlich hält. Mit dieser Voraussetzung steht einem friedlichen Urlaub mit dem eigenen Zuhause auf Rädern jedoch nichts im Wege.

Da unsere 4 Bikes im Wohnwagen keinen Platz mehr fanden und wir auch ein zweites Fahrzeug zum Shutteln dabei haben wollten, mieteten wir zusätzlich einen Van. Die sind je nach Saison ziemlich günstig zu haben. Gesoffen hat das Teil fast so viel wie das Motorhome, war unangenehmer zum Fahren und hätte auf unbefestigten Strassen schnell mal schlapp gemacht. Dafür hat man den Vorteil, dass man den RV irgendwo an einem Stadtrand abstellen und mit dem Van in den Ausgang düsen kann. Purer Luxus, ich weiss. Aber es hat uns das Leben enorm erleichtert und war sein Geld allemal wert.

Canada - Kanada: Unterkunft + Transportation
Das war unsere Aussicht in Kamloops. So lässt es sich doch leben?

 

Fazit: Überlegt euch vorgängig gut, wie Ihr eure Tage gestalten wollt, wie oft ihr die Location wechselt und ob Ihr ein Shuttle benötigt. Auf wieviel Luxus könnt Ihr verzichten? Welche Variante ist wirklich günstiger? Wir haben letztes Jahr für die Fahrzeuge einiges mehr hingeblättert als üblich. Dafür mussten wir uns fast nie um eine Unterkunft kümmern und konnten in den Tag hinein leben. Was ist Euch eure Freizeit also wert?

Das war’s meinerseits zu Transport und Logis in BC. Nächstes mal lasse ich mich etwas über die Kanadier und ihren Lifestyle aus. Stay tuned!

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Nach einigen Tagen in schäbigen Unterkünften, war der Wohnwagen wie ein Palast. Roadtrippin‘!

 

Einige Anekdoten zum Thema:

  • IMMER, aber wirklich IMMER mindestens zwei Leute dabei haben, die einen anweisen, wenn man mit dem Motorhome irgendwo einparkiert oder wendet. Im optimalen Fall besitzt mindestens einer dieser Anweiser die Fähigkeit, gleichzeitig zu sehen und Zeichen zu geben ;)
  • Es ist gar nicht so eine Hexerei, einen über 11 Meter langen RV zu fahren. In der Stadt ist es manchmal ein bisschen eng und umständlich, aber die defensive Fahrweise der Kanadier gepaart mit Ihrer Freundlichkeit im Strassenverkehr, kommt einem da sehr entgegen. Die Meisten, die uns sahen, haben erstmal ein Lächeln aufgesetzt („Jaja, wieder ein paar ahnungslose Touristen“) und uns freundlich die Vorfahrt gewährt. Ausserhalb von Städten ist das Fahren von einem Wohnwagen ein regelrechtes Kinderspiel und äusserst gemütlich. Die Dinger gehen sogar noch gut ab! :D
    Fenster auf, Sound rein und cruisin‘
  • Bucht euren Camper von Europa aus. Da sind alle Versicherungen enthalten und kosten kein Vermögen. Wenn man mehrere Wochen mit einem Motorhome unterwegs ist, ist ein Zwischenfall praktisch vorprogrammiert. Wir hatten, ausser einem grösseren Kratzer auf der Seite, zum Glück keine Unannehmlichkeiten. Aber sicher ist sicher!

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