Whistler Baby!!!

Canada

Wie ein Heimkommen fühlte sich die Ankunft in Vancouver an. Die Strapazen des langen Fluges sind schnell in Vergessenheit geraten. Irgendwie kam uns alles sehr vertraut vor und wir fühlten uns, als wären wir keine 3 Monate weg gewesen. Das ist natürlich nicht der Fall, wie wir wenig später feststellten. Die Baustellen von damals sind zu stolzen Hochhäusern gewachsen, die Skyline von Vancouver ist noch eindrucksvoller als vor zwei Jahren. Ansonsten hat sich auf den ersten Blick wenig verändert, massenweise Fast Food Ketten die nicht nur Burger, Thaifood oder Pizza anbieten, sondern auch mal einen Donair, wie hier ein Kebab mit Flade, Swibel und beidi Soss genannt wird.

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Vancouver City vom Schiff aus. Der Berg rechts ist übrigens der in Amerika liegende Mt. Washington

Leider konnten wir die Eindrücke von Vancouver nur vom Perimeterbus aus geniessen, mit dem wir uns vom Flughafen direkt nach Whistler befördern liessen. Naja, mehr oder weniger direkt. Nach diesem langen langen Flug haben wir uns einen richtigen Burger verdient. Serki nützte die erste Pinkelpause gleich dazu, den Burger King zu plündern. Triple Stacker für alle! YESSSSS!!! Ganze drei Stunden benötigten wir für die 90 Kilometer. Kein Wunder, denn der Perimeterbus machte seinem Namen alle Ehre, als er über ein Dutzend Fahrgäste in den diversen Districts von Downtown Vancouver abholte. Danach ging es über den Highway Richtung Squamish und Whistler. Squamish ist übrigens von einem abgefuckten Loch im Hinterland zu einem ansehnlichen Kleinstädtchen mutiert. Die Vorboten der Winter-Olympiade 2010, welche hauptsächlich in Whistler stattfindet, aber lauter Investoren anlockt, die ihr Geld gut angelegt glauben. Mal abwarten, ob das die Rendite bringt, die sie sich erhoffen oder ob Squamish nach der Olympiade nicht wieder zu dem Loch wird, das es schon immer war. Nach über 24 Stunden, mit den üblichen Leiden einer langen Anreise und langsam aber sicher einigen Anzeichen von nervlicher und körperlicher Erschöpfung, kamen wir in Whistler an und wurden geradewegs vor unserer Lodge abgeladen. Obwohl es erst sechs Uhr abends war, fanden wir die Reception leer vor und mussten die Schlüssel erst noch auftreiben. Nach der ersten, wohl verdienten Dusche wurden die Bikes ausgepackt und zusammengeschraubt. Obwohl dies unsere letzten Kräfte aufbrauchte, machten wir uns noch auf den Weg ins Whistler Village, um im Longhorn auf unsere Ferien anzustossen. Das musste sein. Der Ausgang wurde jedoch relativ kurz gehalten, damit wir uns endlich wieder einmal eine Nacht in einem richtigen Bett gönnen konnten.

First Day in Whistler!
Gemütlich einkaufen und das Städtchen besichtigen. Das erste Frühstück wurde im Quiznos eingenommen und bestand aus einem Philly Cheese-Steak. Mahlzeit. Am Mittag wurden die Bikes gepackt, eine Triple-Play-Karte für drei Tage gekauft und schon sassen wir auf dem lang ersehnten Lift der Garbanzo Lifting Corporation. Um uns richtig aufzuwärmen und auch das Feeling für die Sprünge und Drops zu bekommen, machten wir uns auf zum Joyride-Park, wo 5 Tables und 4 Drops zum Einsteigen hingestellt wurden. Nach gut einer Stunde war aber der Drang zu gross, um länger zu verweilen. Der Drang: A-LINE!!!

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Nicht umsonst wird er als einer der geilsten Trails der Welt bezeichnet. Dieser Flow, die unglaublich vielen Kicker, Tables und Anlieger findet man auf keinem anderen Trail dieser Erde. Wie blutjunge Anfänger stellten wir uns auf unserer ersten Abfahrt an. Kaum mehr als drei oder vier der grösseren Tables konnten wir sauber überfliegen, aber was solls. Spass macht es allemal. Leider hatten wir bereits nach der ersten Abfahrt auf der A-Line eine etwas unerfreuliche Überraschung. Herr Valentin hat sein Kona geschrottet. Sein Schaltwerk ist abgebrochen und hat nach erstem Augenschein nicht nur das Schaltauge mitgerissen, sondern auch gleich ein Stück des Hinterbaus. Als er sich auf die Suche nach einem Bikeladen machte, tauchten Dave, Mäsi und ich in den Dirt Merchant ein. Dieser ist momentan leider in einem eher dürftigen Zustand. Nicht mehr gespickt mit den Bremswellen, die wir vor zwei Jahren antrafen, aber trotzdem nicht sehr flüssig zum Fahren und eher für Leute mit besseren Skills umgebaut. Nach wenigen Minuten waren wir wieder im Village und sahen Herrn Schüssler gemütlich im Longhorn sitzen und einen Strawberry Margherita schlürfen. Als wäre nichts gewesen. Offensichtlich hat es doch nur sein Schaltauge erwischt. Kurz ausgetauscht und weiter geht’s. Glück gehabt!

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Also nochmal auf die A-Line. Beim zweiten Run gelangen die Jumps über die wundervoll geshapten Tables schon um einiges besser und der Flow stellte sich langsam aber sicher ein. Da wir uns nicht schon am ersten Tag verletzen wollten, liessen wir es locker angehen und machten noch zwei weitere Läufe auf der A-Line, um uns anschliessend im Longhorn nochmals mit kühlem Bier zu versorgen, einen Burger zum Apéro reinzuhauen und uns dann langsam wieder Richtung Lodge auf den Weg zu machen. Nach einer wohltuenden Dusche und einem ‚Feierabend‘-Bierchen sitzen wir nun faul in unserem Wohnzimmer. Dave liest gerade das neue Decline, Herr Schüssler hat noch immer nicht genug und macht einen Teller voller überbackener Nachos. Herr Müller liegt vor mir auf dem Sofa und schläft fast. Ich sitze, wie ihr bestimmt schon ahnt, vor unserem neuen Macbook und schreibe mal die ersten Eindrücke nieder…

In den nächsten Tagen gibt’s dann die ersten Bilder zu bewundern. Das Wetter ist perfekt und die Trails sind praktisch leer, das sollte ein paar gute Aufnahmen geben.

That’s about it. Seeya soon!

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