Der erste Tag des SuperCross-Over München stand im Zeichen des Mountainbike Sports. Der Marzocchi Airdrome, größter Indoor Dirt Jump Contest jemals, wurde mit einem beeindruckenden Feuerwerk gebührend eingeleitet. Die Zuschauertribüne bebte als die fünfzehn Fahrer aus sieben Nationen als Auftakt für das
gesamte Wochenende einen Mix aus Flips und Whips auspackten.
Letztendlich hießen die drei Sieger dieses außergewöhnlichen
Contests Andreu Lacondeguy (ESP), Darren Berrecloth (CAN) und Lance McDermott
(UK).

Bei den Dirt Jumps in der Münchener Olympiahalle, die in dreitägiger
Arbeit aufgeschüttet wurden, handelt es sich um die bisher größten
Jumps, die es bei einem Mountainbike Contest gab. Der erste Sprung war 10m lang
und der Zweite mit knapp 7m etwas kürzer. Bei der Ankunft zum ersten Training
war den fünfzehn Fahrer anzusehen, dass sie mit so einem gewaltigen Set-Up
nicht gerechnet hatten. Aber bereits nach ein paar Läufen war ein Lächeln
in den Gesichtern zu erkennen. Die Startrampe wurde kurzerhand komplett mit Holz
ausgelegt, um die Anfahrt zu beschleunigen und es dauerte nicht lang bis die
ersten Tricks ausgepackt wurden.

Vor 7.000 Zuschauern begann das Qualifying, welches zwei Läufe für
jeden Fahrer umfasste. Andreu Lacondeguy zeigte einen absolut überzeugenden
Run – Backflip am ersten Jump und 360-Tailwhip am Zweiten – und sicherte
sich somit Platz eins im Qualifying. Neben ihm schafften es weitere 7 Fahrer
ins Finale.

John Jesme, der sich als Achter qualifizierte, hatte bereits für den Fall,
dass er ins Finale schafft, einen Double Backflip am ersten 10m Sprung angekündigt.
Die übrigen Fahrer versuchten vergeblich, es ihm auszureden, denn keiner
außer ihm war der Meinung, dass sich der erste Jump für diesen Trick
eignen würde.
Aber wer Jesme kennt, weiß, dass ihn so etwas nur noch mehr anspornt. Die
Zuschauer vom Moderator über das Vorhaben aufgeklärt, waren nicht mehr
auf ihren Sitzen zu halten.
Aber Jesme’s Traum vom Double Backflip wurde schnell zerstört. Er
eröffnete das Finale und stürzte schwer. Wegen technischem Defekt musste
Jesme die restlichen Läufe der Finals als Zuschauer auf der Tribüne
verbringen. Hätte sein Rad nicht aufgegeben, wäre er weiter gefahren,
denn er blieb unverletzt.

Nach so einem unglaublichen Trickversuch, spürten die übrigen Finalisten
den Druck, ebenfalls ihre besten Tricks auszupacken.
Jeder Fahrer hatte drei Läufe, um die Judges zu beeindrucken und genau das
taten sie auch. Lance McDermott’s zweiter Lauf war eine Kombination aus
Backflip und Frontflip. Im dritten Lauf zeigte der UK-Fahrer noch einen No-Hander
gefolgt von einem Backflip-Superman. Er sicherte sich damit Platz drei. Mit einer
noch saubereren Landung wären vielleicht noch ein paar Punkte mehr drin
gewesen.

Darren Berrecloth konnte Platz zwei mit einem soliden Lauf belegen, er packte
einen Trick aus, den bisher niemand von “The Claw” kannte. Berrecloth
zeigte am ersten 10m Sprung einen unglaublichen 360 und überraschte dann
mit einem 360 Tailwhip die Judges wie auch die Fans. Dieser flüssige Lauf
brachte ihm den verdienten Podiumsplatz vor McDermott.

Aber ganz oben hatte dann Andreu Lacondeguy noch ein Wort mit zu reden. Zwei
unglaubliche Läufe brachten dem 17-jährigen Kona-Fahrer Platz eins.
Sein erster Lauf war eine Kombination aus Backflip und 360 Tailwhip und im zweiten
legte er noch einen drauf: Backflip erneut am ersten und Double Tailwhip mit
fast ganz sauberer Landung am zweiten. „Hier zu gewinnen ist ein unglaubliches
Gefühl. Vor 2 Jahren war ich mal als Gast bei einem Motocross Rennen und
träumte davon, mal bei einem ähnlichen Event dabei zu sein. Beim Marzocchi
Airdrome im Zuge des SuperCross-Over mit Sportlern aus anderen Sportarten wie
Ronnie Renner am Start zu sein und noch zu gewinnen, ist der absolute Wahnsinn.“ Der
Spanier fliegt mit 5.000 EUR im Gepäck nach Hause.

Ergebnisse:
1. Andreu Lacondeguy (ESP)
2. Darren Berrecloth (CAN)
3. Lance McDermott (UK)
4. Cameron McCaul (USA)
5. Greg Watts (USA)
6. Amir Kabbani (GER)
7. Jamie Goldman (USA)
8. John Jesme (USA)

Der erste Marzocchi Airdrome ging mit einer gebührenden Siegerehrung zu
Ende. Go-Go Girls überreichten den 3 Siegern übergroße Schecks
und jeweils eine Ogio Tasche. Bei der anschließenden Rider Party, die bis
in die frühen Morgenstunden ging, war von Müdigkeit nichts zu spüren.

Der Marzocchi Airdrome, der erstmalig im Zuge des SuperCross-Over München
inszeniert wurde, war aus Zuschauer, -Fahrer und Organisatorensicht ein überzeugender
Auftaktevent, der mit Sicherheit im nächsten Jahr gerne wieder gesehen wird.

Einen kleinen Wehmutstropfen gab es bei dem Ganzen jedoch leider auch: Der Berliner
Timo Pritzel stürzte im Training und konnte somit beim Contest nicht dabei
sein.

Link: http://www.rasoulution.com

Author: flowzone

riding passion switzerland
flowzone is all about mountain biking

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Erstellt von am 17. Dezember 2006