Am letzten Wochenende startete nun auch die Downhillsaison in der Schweiz. Etwa 350 Fahrer aus 17 Nationen gingen bei dem regnerischen Rennen in Morgins an den Start. Am Ende triumphierten Basil Weber und Kim Schwemmer.

Morgins in der Region Portes du Soleil war schon Teil des iXS Swiss Downhill Cups als dieser 2003 das Licht der Welt erblickte und kehrte nach einigen Jahren Abstinenz 2012 wieder als fester Bestandteil zurück. Seit dem wird der Saisonauftakt auf der mit 3.300 Metern und etwa 500 Höhenmetern extrem langen Strecke ausgetragen. Nicht zuletzt sind die anspruchsvollen Strecken gepaart mit einem hohen Organisationsniveau auch der Grund, warum der Schweizer Cup sich in den zurückliegenden Jahren zu einer festen Größe der internationalen Downhillszene entwickeln konnte. Schon immer sind extrem viele verschiedene Nationen bei den Rennen in den Alpenregionen zu finden und somit wird es den Schweizern oft sehr schwer gemacht, auf das Podest bei der eigenen Rennserie zu fahren.

Geraldine Fink - SDC Morgins 2016

In diesem Jahr kamen zusätzlich erschwerend die Wetterbedingungen hinzu. Nachdem am Freitag zum Training noch die Sonne schien, meinte es Petrus am Samstag nicht gut mit dem nicht gerade wählerischen Downhill-Volk. Allerdings gibt es eben auch bei dieser fast immer durchführbaren Sportart Grenzen und die hieß diesmal dichter Nebel. Das unwegsame Gelände erlaubt in Morgins nicht an allen Stellen eine Bergrettung ohne Helikopter und somit musste das Training unterbrochen und der Seeding Run verschoben werden, da die Sicherheit nicht gewährleistet werden konnte.

Somit ging es also eineinhalb Stunden später mit dem Seeding Run los, was jedoch an den nassen und extrem schlammigen Bedingungen auf dem Kurs nichts änderte. Am Ende war die Rangliste ziemlich durcheinander gewürfelt und einige der niedrigen Nummern fanden sich eher im hinteren Teil des Ergebnistableaus wieder. Wie zu erwarten war, war die Internationalität unter den Top Platzierungen extrem groß und so fanden sich unter den ersten sechs Elite Men Fahrern fünf Nationen. Schnellster mit drei Sekunden Vorsprung und einer Zeit von 5:17.25 Minuten war Julien Piccolo (FRA – X1 racing). In der Elite Women Klasse war es Géraldine Fink (SUI – Pink Gravity), die sich den letzten Startplatz im Finale am Sonntag sicherte.

Der Sonntagmorgen präsentierte sich dann regentechnisch etwas besser, allerdings änderten sich die Bedingungen auf der Strecke nur von nass zu klebrig, wobei sich das Grip-Niveau nicht wirklich erhöhte. Diesmal konnte es regulär um 11.30 Uhr mit den Open Klassen losgehen. Kurz nach eins war dann mit den Pro Masters die erste lizenzierte Kategorie an der Reihe. Am Bestem kam Chris Sinden (GBR) mit den Verhältnissen zurecht und verwies den Vortagesschnellsten Kirstof Lenssens (BEL – Scott) auf den zweiten Platz. Dritter wurde Noah Grossmann (GER – 2 Cycle).

Muddy Helmet - SDC Morgins 2016

Muddy Helmet – SDC Morgins 2016

Als Nächstes gingen die U17 Fahrer auf den Kurs. Wie schon am Vortag konnte Justino Marius (FRA – US Cagnes VTT) die schnellste Zeit runterbringen und stahl damit den nachfolgenden Schweizern, Vincent Arbellay (SUI – Cyclone DH Team) und Stefano Moser (SUI – 981 Gravity Racing) die Show. Die Klasse U19 konnte Pascal Kempf (FRA – Devinci Diplomatic) mit knapp 8 Sekunden Vorsprung für sich entscheiden. Dahinter platzierte sich Janis Lehmann (SUI – Whitestone DH) und Jerome Müller (SUI – Magic Downhill).

In der Elite Women Klasse waren leider nur neun Fahrerinnen am Start. Schnellste von ihnen war am Ende Kim Schwemmer (GER – Herobikes) mit 6:51.684 Minuten, die damit 2 Sekunden Vorsprung auf die Seeding Run Gewinnerin und Siegerin des Rennens von 2014, Géraldine Fink herausfahren konnte. Auf den dritten Rang konnte sich Eva Battolla (SUI) schieben.

Die letzte Kategorie war wie immer die Elite Men Klasse. Aufgrund von Problemen am Vortag ging direkt als Zweiter Myles Weber (SUI – Team Project) auf den Kurs. Mit einer Zeit von 5:23.678 Minuten konnte es sich der 20-Jährige für eine ganze Weile auf dem Red Bull Hot Seat bequem machen. Erst etwa 30 Fahrer später wurde seine Zeit von Tanguy Boucherot (FRA – US Cagnes) knapp unterboten. Danach war es Lachlan Blair (GBR), der sich mit einer Zeit von 5:18.701 min an die Spitze setze. Seine Zeit lag schon dicht an der Bestmarke des Vortages, allerdings wurde diese einen kurzen Moment später von Basil Weber (SUI – Team Project) pulverisiert. Der Fahrer, der nicht umsonst die Nummer eins am Rad trug, legte mit 5:02.926 min eine Zeit vor, die wohl kaum zu schlagen war. Wie fast schon zu erwarten war, kam keiner der nachfolgenden Fahrer an diese Zeit heran. Einzig Guillaume Larbeyou (FRA – Aveyron VTT) konnte ihm noch einmal gefährlich nahe kommen, aber auch er musste sich mit etwa 4 Sekunden Rückstand dahinter einsortieren. Somit gewann Weber vor dem Franzosen und verteidigte die Ehre der Schweizer, denn in allen anderen lizenzierten Klassen mussten sich die Gastgeber geschlagen geben. Dritter wurde Guy Gibbs (GBR – Ride.io) und komplettierte damit das international besetzte Podest.

ixs sdc 2016 morgins

Awards Elite Men – SDC Morgins 2016

Auch wenn das Wetter nicht das beste war, Morgins lieferte einmal mehr hochkarätiges Racing und macht definitiv große Lust auf die folgenden Rennen in der Schweiz. Weitere Informationen und die vollständigen Ergebnisse gibt es wie immer unter www.ixsdownhillcup.com.

Fotos: © Racement / Sebastian Gruber

Hier noch die Rangliste des iXS SDC Morgins 2016

Author: flowzone

riding passion switzerland
flowzone is all about mountain biking

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Erstellt von am 13. Juni 2016