Johannes Fischbach und Veronika Widmann sind die Sieger des ersten iXS Europacup Rennens der Saison. 400 Fahrer aus 32 Nationen gingen bei perfekten Bedingungen an den Start im slowenischen Kranjska Gora.

Der Saisonauftakt des iXS European Downhill Cups wurde am zurückliegenden Wochenende in Kranjska Gora ausgetragen. Somit hat nun wieder der Kampf um den Titel des Europacupsiegers begonnen. Insgesamt stehen für 2016 sechs Rennen auf dem Programm und führt die Athleten nach dem Auftakt in Slowenien noch nach Deutschland, Österreich, Frankreich und die Tschechische Republik.

Kranjska Gora – Streckenvorschau

Die ersten wertvollen Punkte für die Serienwertung sind also schon eingefahren und hinter den Teilnehmern liegt ein hartes Stück Arbeit. Bereits im letzten Jahr, als der slowenische Ort erstmals Gastgeber eines Europacup Rennens war, offenbarte die Strecke ihren Anspruch, nicht zuletzt durch einen Charakter, den man am Treffendsten als Oldschool bezeichnen könnte. Für die zweite Ausgabe des Rennens wurden einige sinnvolle Änderungen am 2000 Meter langen und 300 Höhenmeter umfassenden Kurs vorgenommen.

Auch wenn die Saison an der einen oder anderen Stelle schon in vollem Gange ist, war es doch das erste Aufeinandertreffen der Protagonisten des Europacups. Und wie jedes Jahr ist der erste Schlagabtausch auch einer der interessantesten, denn keiner weiß so recht, wo er sich hinsichtlich der Konkurrenz einordnen wird. Über den Winter wurden die Karten neu gemischt, und dies nicht nur aufgrund des Trainings und der Vorbereitung, schließlich standen viele Sponsorenwechsel an und somit für viele neues Material und ein neues Umfeld.

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Allein wenn wir die zwei Top Favoriten Johannes Fischbach (GER), letztjähriger Europacupsieger, und Markus Pekoll (AUT), früherer Europacupsieger, betrachten. Fischbach wechselte nach mehr als einer Dekade und einer eher unzufrieden stellenden Saison den Arbeitgeber zum Radon Magura Factory Team und somit seine gewohnte Basis. Pekoll blieb zwar dem MS Mondraker Team weiterhin treu, doch wurden dort einige Änderungen im Sponsoren Lineup vorgenommen und somit musste sich der Schladminger auf ein neues Fahrwerk, neue Reifen und neue Protektoren einstellen. Man könnte meinen, sicherlich für beide keine leichte Aufgabe, allerdings zeigten die Ergebnisse der zwei ersten bereits gelaufenen Weltcups, dass diese Neuerungen ihnen gut getan haben.

Bei bestem Wetter begannen am Samstag die Qualifikationsläufe. Bei den Elite Women unterstrich einmal mehr Veronika Widmann (ITA – Bike Club Egna Neumarkt) ihre Form und sicherte sich mit knapp 3 Sekunden Vorsprung die Bestzeit. Hinter der Italienischen Meisterin platzierte sich Carina Cappellari (SUI – Radon Magura Factory Team) und die Europameisterin Jana Bartova (CZE – RRP). In der Klasse Elite Men lag zusätzlich viel Spannung darin, ob das Wetter halten würde. Immer mal sah es danach aus, dass sich die Bedingungen in Richtung Regen ändern würden. Schlussendlich hat des Wetter mitgespielt, die Bedingungen blieben fair und Slawomir Lukasik (POL – NS Bikes FroPro) sicherte sich den letzten Startplatz am Sonntag im Super Final. Mit knapp 2 Sekunden Rückstand brachte sich Markus Pekoll (AUT – MS Mondraker) in eine gute Ausgangsposition. Die drittbeste Zeit konnte Johannes Fischbach (GER – Radon Magura Factory) einfahren.

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Markus Pekoll

Am Sonntag gingen wie gewohnt als erstes die Masters Fahrer auf die Strecke. In dieser Klasse setzte sich Michal Sliwa (POL – Myslenice-Top Riders) durch, dahinter platzierten sich Rowan Sorrell (GBR – Bikepark Wales) und Frank Hedwig (GER – RAD-ART). Die Zeiten verrieten schon einmal, dass die Verhältnisse auf der Strecke ähnlich derer des Vortages waren. Die nächste Klasse U17 female bestand aus vier Fahrerinnen. Auch wenn dies auf den ersten Blick eher wenig erscheint, ist es erfreulich, dass diese Nachwuchsklasse so besetzt ist, schließlich scheint hier eine hoffnungsvolle weibliche Zukunft heranzuwachsen. Die Namen kennt man zumindest aus dem iXS Rookies Cup, da für drei Athletinnen dies das allererste internationale Rennen überhaupt war. Am Ende setzte sich Valentina Höll (AUT – YT Industries) durch und verwies Anna Newkirk (USA – Team Project) und Paula Zibassa (LAT – M9 Racing) auf die nachfolgenden Plätze.

Die männliche U17 Klasse war hingegen wie immer gut gefüllt. Am Ende gewann Marcel Merkeli (GER – Solid National Racing) vor Giacomo Masiero (ITA – 3Stars) und Balazs Muszula (HUN – LiMiT Racing Team). In der U19 Klasse sicherte sich Sylvain Cougoureux mit 2:32.382 Minuten den Sieg, wobei er immerhin 25. im Super Final geworden wäre. Zweiter wurde Jannik Abbou (GER – Sports Nut DH Team), gefolgt von Moritz Ribarich (AUT – Swiss Downhill Syndicate).

Als vorletzte Klasse gingen die mehr als 20 angereisten Elite Women auf die Strecke. Am Ende setzte sich erneut Veronika Widmann durch und unterstrich mit einer Zeit von 2:51.762 und einem Vorsprung von 4,6 Sekunden ihre Klasse. Zweite wurde Carina Cappellari, die mit einem knappen Vorsprung Monika Hrastnik (SLO – Blackthorn) auf den dritten Rang verwies.

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Johannes Fischbach

Wie immer im Europacup stand als letztes Rennen das Super Final der Elite Men auf dem Programm. 32 Fahrer haben sich dafür am Samstag qualifiziert. Die erste krasse Zeit legte ein sehr junger Fahrer vor. Johannes von Klebelsberg, der Italienische Meister von 2014, hatte schon an der Zwischenzeit einen guten Vorsprung rausgefahren und konnte diesen bis ins Ziel verteidigen, als für ihn die Uhr bei 2:25.767 Minuten stehen blieb. Was diese Zeit wert war, wurde bei den nachfolgenden Fahrern deutlich. Als Fünftletzter kam Faustin Figaret (FRA – Radon Magura Factory), der 2015 mit einem Top Ten Ergebnis beim Weltcup in Lourdes auf sich aufmerksam machte. Seine Zwischenzeit sah gut aus, aber im Ziel musste er sich vorerst auf dem dritten Platz einreihen. Danach war es Jure Zabjek (SLO – Unior Tools Team), der aber auch die Möglichkeit verpasste und sich mit einer Sekunde Rückstand hinter Klebelsberg platzierte. Jetzt standen noch die Top Drei des Vortages aus. Als Erster war Markus Pekoll auf den Kurs gegangen. An der Zwischenzeit hatte er vier Tausendstelsekunden Vorsprung, im Ziel allerdings eine Zehntelsekunde Rückstand. Dann kam Fischbach. Der amtierende Deutsche Meister legte mit mehr als einer Sekunde Vorsprung an der Zwischenzeit den Grundstein, der ihm im Ziel den ersten Platz sicherte. Auf der Anzeigetafel leuchtete eine Zeit von 2:23.106 Minuten auf, somit also etwa 2,5 Sekunden schneller als der Italiener. Aber da fehlte noch der Schnellste des Vortages und der unterbot die Zwischenzeit noch einmal um ein paar Zehntel. Doch die Anzeige offenbarte bei Überquerung der Ziellinie ein Plus von 3 Zehnteln und somit gewann Fischbach vor Lukasik und von Klebelsberg. Pekoll wurde Vierter, gefolgt von Zabjek.

Damit ging bei perfekten Wetterbedingungen der erste Lauf der diesjährigen Europaserie über die Bühne. Spannend war es auf jeden Fall und somit darf man sich schon auf die nächste Ausgabe Ende Mai in Willingen, Deutschland freuen.

Weitere Informationen und die vollständigen Ergebnisse gibt es wie immer unter www.ixsdownhillcup.com.

Fotos: © extreme-pics / Benjamin Prescher

Author: flowzone

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Erstellt von am 10. Mai 2016