Sam Hill, Danny Hart und Neko Mulally müssen erwähnt werden, wenn es um die unvergesslichsten Runs der UCI Downhill Geschichte geht. Diese Jungs messen sich bei ihren halsbrecherischen Abfahrten mit den besten Fahrern der Welt. In einem solchen Spitzenfeld herauszuragen, bedarf besonderer Umstände und einer Leistung jenseits von Können.

uci mtb downhill 2014 mont sainte-anne

Danny Hart

Sam Hill

Sam Hill lieferte 2007 in Champéry einen unvergesslichen Run.

Für die ersten 30 Fahrer war es ein normales, trockenes Rennen – wenn auch auf der anspruchsvollsten Strecke der Saison. Die Zeiten purzelten bis der Regen einsetzte. Die Strecke wurde regelrecht gefährlich und von den letzten Fahrern schaften es nicht mehr viele ohne Sturz ins Ziel, von einem Podestplatz ganz abgesehen.

Dann kam Sam Hills legendärer Lauf. Er fuhr dermassen losgelöst, punktgenau und schnell, dass er noch auf den zweiten Platz kam! Es wurde bestimmt noch an keinem Rennen der zweite Platz mehr gefeiert als der Sieg – dazu braucht man nur das Gesicht von Matti Lehikoinen anzuschauen, der nach seinem Sieg völlig perplex ist.

Danny Hart

2011 konnte Danny Hart die unglaubliche Leistung von Sam Hill sogar noch toppen. Bei widrigsten Verhältnissen schlägt Danny das ganze Fahrerfeld in einem atemberaubenden Lauf an der UCI DH Weltmeisterschaft in Champéry. Wir waren live vor Ort und keiner von uns wäre mit dem Bike auf die Strecke gegangen, es war ein einziges Schlachtfeld mit Bächen und Wasserfällen.

Die meisten Fahrer waren bereits im Ziel und konnten die Strecke noch vor dem grossen Regen hinter sich bringen. Es war abartig matschig und die Profis quälten sich wie Anfänger über die anspruchsvolle Strecke von Champéry. Dann kam Danny und machte sämtliche Leistungen zunichte. Bei strömendem Regen flog er über die Strecke. Wo vor und nach ihm mehrere Topfahrer zu Boden gingen, machte Danny Zeit gut. Mit über 11 Sekunden Vorsprung auf den Zweiten kam er bei strömendem Regen ins Ziel und wurde Weltmeister.

Neko Mulally

Neko Mulally ist kein Niemand, aber so richtig bekannt war er vor seinem Lauf am letzten Rennen der UCI DH Saison 2014 in Hafjell nicht. Er hatte die Nummer 13 auf dem Rücken. 5 Sekunden nach seinem Start riss lautstark seine Kette – er sah noch im Flug hinunter und fluchte laut.

Was danach in seinem Kopf vorgegangen sein muss, ist wohl der Schlüssel zum Erfolg. Angst, Druck, Hoffnungslosigkeit gepaart mit dem Willen, noch das Beste herauszuholen. Dritter bei der ersten Zwischenzeit, erster bei der zweiten Zwischenzeit und eine Sekunde Vorsprung im Ziel. Ohne Kette stellte er die Bestzeit auf! Mulally erzählte danach selbst, dass er es nicht fassen konnte und sogar Rob Warner war sprachlos. Nur 3 Fahrer konnten ihn danach noch überholen, aber sein Run war safe – er war in die Geschichte eingegangen.

Ein weiterer spektakulärer Run: Aaron Gwins verrückte fahrt auf der Felge in Leogang

 

Author: Serki

Leidenschaftlicher Mountain Biker seit 1995.
Baujahr: 1975 | Länge: 187 cm | Breite: 90 Kg
Bikes: Banshee Spitfire, Santa Cruz Chameleon, Specialized Demo

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Erstellt von am 30. November 2014