Hier noch unser Sommerloch-Thema – nicht allzu ernst zu nehmen, aber auch nicht kompletter Unsinn: Was bringt Dich zu Boden? Was ist der häufigste Grund für Deine Stürze?

Den Biker nach seinem Bike zu beurteilen ist irgendwie ungenau. Biken ist Biken, egal ob man lieber bergauf oder nur bergab fährt. Was jedoch bei jedem Fahrer ganz klar unterscheidbar ist, sind seine Vorlieben, was Untergründe und Hindernisse angeht.

Grundsätzlich wird jeder Biker eine klare Aussage machen können, wenn man ihn fragt, mit welchen Hindernissen er/sie auf dem Trail am meisten kämpft. Für die einen sind es die doofen Bäume, die wirklich immer genau da stehen, wo man hin will. Für andere sind es die versteckten Steine, fies hinter kleinen Büschen lauernd, welche sich immer wieder nach den Füssen und Pedalen ausstrecken.

Wir haben deshalb mal grob nach folgenden Kriterien kategorisiert und es nimmt uns Wunder, zu welcher Sorte ihr euch zählt.

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Er liebt Bäume und schliesst gern Bekanntschaften – Der Treehugger

The Tree Hugger

Kein Baum – egal ob tot oder lebendig – wird ausgelassen, um der Natur näher zu kommen. Ein kleiner Stupser mit dem Lenkerende, ein kollegialer Bodycheck mit der Schulter oder der klassische Fusstritt – Der Tree Hugger lässt selten eine Gelegenheit aus, um einen Baum näher kennenzulernen. Er benutzt Bäume meist auch als natürliche Stopper und bedankt sich danach höflichst.

Erkennungsmerkmale:

  • Regelmässig blaue Flecken an den Oberarmen
  • Rindenreste an den Barends
  • Kennt die meisten Bäume beim Vornamen

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Kleine versteckte Steine sind der Todfeind

The Stoner

Drops und Sprünge sind kein Problem, auch Gaps und steile Gefälle stellen keine grosse Herausforderung dar – aber wehe auf einem einfachen, flachen Stück Trail versteckt sich hinter ein paar Grashalmen ein Stein! Dieser Typ Biker wird ihn finden und mit grosser Sicherheit mit einem Pedal dran hängenbleiben.

Der Stoner ist weniger oft anzutreffen, da er seltener direkten Kontakt zur Natur sucht, dafür umso intensiver.

Erkennungsmerkmale:

  • Spontanes Fluchen auf dem Trail
  • Stürzt, wo andere cruisen
  • Verbogene Pedal-Achsen
  • Ausgerissene Pins
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Alles kein Problem, bis die Wurzeln kommen

The Roots Rocker

Der grösste natürliche Feind dieses Bikertyps sind die kleinsten Wurzeln. Technisch versiert, meistert er die viele Herausforderungen problemlos und fühlt sich auf diversen Untergründen wohl. Den meisten Bikern ist es unangenehm, sich zu dieser Kategorie zuzuordnen, da ein Sturz wegen eines so winzigen Hindernisses einfach peinlich ist.  Ich gehöre leider zu dieser Gruppe und muss auch nach heftigen Stürzen immer wieder staunen, wie wenig es manchmal braucht, um sich auf die Fresse zu legen.

Erkennungsmerkmale:

  • Schmeisst sich oft ohne ersichtlichen Grund hin
  • Die Stürze sind meistens heftig, da sie unerwartet eintreffen
  • Grobes fährt der Wurzelpeter meist gekonnt, aber wehe es stellt sich ihm eine einzelne tapfere kleine Wurzel entgegen
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Staub gefällig? Einige Biker tun sich vor allem auf losem Untergrund schwer

The Dust Buster

Rutschige, sandige Untergründe sind allgemein nicht beliebt, aber wo die meisten Fahrer sich durchmogeln, wirbelt dieser Bikertyp viel Staub auf. Manchmal liegt es am Reifen, oft aber am Fahrer selbst, wenn er auf losem Boden plötzlich Tempo rausnimmt oder gar anfängt rumzurutschen. Lebendiger Untergrund (nass oder trocken) bedingt, dass man dem Bike Freiraum lässt, damit es sich seinen Weg selber suchen kann. Wer hier verkrampft und zu viel kontrollieren möchte, hat verloren.

Erkennungsmerkmale:

  • Geht vom Gas, sobald es rutschig wird
  • Findet immer irgendwo eine rutschige Stelle, vor allem bei Landungen

 

Hier ein paar allgemeine Exemplare:

Fazit

Diese Einteilung ist sicherlich nicht absolut – und absolut nicht ernst zu nehmen.

Jedoch macht vor allem der Untergrund im Kopf eines Fahrers verdammt viel aus. Erstaunlich oft stelle ich fest, dass gewisse Biker auf den steilsten und wildesten Strecken abgehen wie Sau – sich aber auf einfacheren Strecken sichtlich unwohl fühlen, verkrampfen und Fehler machen, nur weil ihnen der Untergrund nicht liegt. Der Fahrstil ist schliesslich Kopfsache – und der Kopf entscheidet in Millisekunden, ob er ans Limit gehen will oder auf Sicherheit spielt, je nachdem wie wohl man sich eben gerade fühlt.

Welchen Typ haben wir vergessen? Zu welcher Kategorie zählst Du Dich?

 

Author: Serki

Leidenschaftlicher Mountain Biker seit 1995.
Baujahr: 1975 | Länge: 187 cm | Breite: 90 Kg
Bikes: Banshee Spitfire, Santa Cruz Chameleon, Specialized Demo

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Erstellt von am 31. Juli 2013