Nicht einmal eine Woche nach unserem verlängerten Weekend im Wallis, fuhren wir am vergangenen Wochenende für zwei Tage ins Bündnerland. Wir machten uns morgens um halb zehn auf den Weg und hatten eigentlich vor, spätestens am Mittag auf einer Bergkette unser Weekend einzuläuten. Leider machte uns der Stau beim Kerenzerberg einen Strich durch die Rechnung und wir kamen gerade mal um ein Uhr in Laax an. Immerhin lagen noch ein paar Abfahrten drin. Dachten wir uns zumindest….

Die Tourismusleute von Laax haben uns dann einen weiteren Knebel zwischen die Beine geworfen. Beide Bahnen geschlossen. Auf der Website stand nichts davon. Vielen Dank auch!

Flims Laax Naraus Cassons Runcatrail MTB Freeride Downhill

Wie die Schmeissfliegen. Die Paraglider scheinen die Gegend ebenfalls zu lieben.

Also machten wir uns auf nach Flims. Rein in die Bahn und rauf nach Naraus. Da es bereits etwas später war, haben wir uns nur eine Einfahrten-Karte für CHF 19.- gelöst. Stolzer Preis für eine einzelne Fahrt. Wir dachten, dass wir dann wenigstens auf eine anständige Höhe transportiert werden. Als wir dann auf ungefähr 1850 Höhenmetern in Naraus ausstiegen, waren wir anfänglich etwas enttäuscht.

Den Frust vom Stau und den geschlossenen Bahnen in Laax haben wir mit einem grossen, kühlen Calanda ersäuft. Da wir uns von der Abfahrt eigentlich nicht allzu viel erhofften, haben wir es uns in Naraus mehr als gemütlich gemacht und uns erst nach 2 weiteren Bieren und einer leckeren Fleischplatte auf die Abfahrt begeben.

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Der erste Teil des Trails ist ziemlich steinig (Stand 2011) Inzwischen ist es eine Autobahn…

Mit drei Bier im Gesicht waren die ersten Kilometer mehr als actionreich. Selten so gelacht auf dem Bike. Glücklicherweise fährt einem der Alkohol auf dem Downhill meist sehr schnell aus. Nach einem Drittel auf dem anfänglich sehr steinigen Trail hatten wir unsere Sinne wieder beisammen und die Kontrolle über das Bike wieder zurück erlangt. Zum Glück! Denn danach folgten verdammt technische Wurzelpassagen, welche mit allerlei Selbstgebautem ergänzt wurden. Alle Achtung an die Erbauer! Die haben da ganz schön viel Holz verarbeitet und sehr schöne, fast für alle fahrbare Leitern und Brücken in den Wald gestellt.

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Im Mittelteil hat es verdammt viele kleine Sprünge und Anlieger die für Spass sorgen.

Der Trail nennt sich 247 und ist perfekt beschildert. Den Wiedereinstieg findet man jederzeit wieder. Wenn ich da an die ratlosen Gesichter und ewige Trailsuche in Österreich denke… Auf einem Grossteil der Strecke hat man die Wahl aus mehreren Linien und kann sich so seinen Run etwas gestalten. Wie erwähnt ist der obere Teil eher steinig, dafür einigermassen flach. Der mittlere Streckenabschnitt ist leider etwas ZU flach geraten. Obwohl es sehr viele Möglichkeiten zum Spielen hat (Dutzende von kleinen Anliegern und Kickern!), rollt man vor sich hin und muss auch oft pedalieren, damit man vorwärts kommt. Gestört hat dies jedoch nicht wirklich, da man somit die Gelegenheit bekommt, die wunderschöne Gegend zu geniessen. Der Abschluss des mittleren Teils ist jedoch weltklasse. Unzählige, grosse Holzanlieger sorgen für den Spielspass und lange verspielte Singletrails für den Speed.

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Madam auf den Shores (Runcatrail)

Nach der Hälfte der Abfahrt wird es ernst. Die “North-Shores” sind anfänglich leicht zu fahren und nicht allzu technisch. Dies ändert sich jedoch schnell und man bekommt die Gelegenheit, über ein paar grössere und anspruchsvollere Konstruktionen zu fahren. Nix Grosses – ein 25 Zentimeter breiter und 6 Meter langer Skinny, ein etwa 1,5 Meter hoher Drop und ein paar Holztables auf den Brücken. Alles in Allem jedoch sehr unterhaltsam und kurzweilig. Die Abschnitte zwischen den Bauten sind jedoch mit grossen, querliegenden Wurzeln gespickt. Da es nicht nur abwärts geht, erfordert es ein perfektes Handling und etwas Erfahrung beim Pedalieren auf ruppigen Trails. Dies zieht sich bis zum Ende des Trails durch.

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So massive Bauten findet man ansonsten nur in Kanada

Eigentlich waren Madam und ich sehr erstaunt darüber, dass wir diese Abfahrt heil überstanden hatten. Denn am nächsten Tag nahmen wir den Trail nüchtern unter die Räder und waren zeitweise regelrecht am Anschlag. Mit Kurvenwasser lief es ehrlichgesagt besser ;)

An diesem Tag waren wir noch auf dem Cassons, wo man am Abend die Bikes hochnehmen kann. Sobald die vielen Wanderer verschwunden sind (so ab 17.00 Uhr) kann man sich auf die lange Abfahrt über 1000 Höhenmeter nach Flims begeben. Aber auch ohne Bike lohnt sich der Besuch auf dem Grat, denn die Aussicht über die unzähligen 4000er 3000er des Bündnerlandes ist von dort oben verdammt eindrücklich.

Flims Laax Naraus Cassons Runcatrail MTB Freeride Downhill

Dieser Streckenabschnitt wurde 2012 überarbeitet. Landschaftlich leider zum Nachteil…

Wer in der Gegend ist, sollte sich den 247er ruhig mal gönnen. Der Trail ist wie immer geschmackssache, bietet aber viel Abwechslung und ein schönes Naturerlebnis mit vielen kleinen Bächen und dichten Wäldern. Haltet auf der Abfahrt auf jeden Fall die Augen offen. Die Locals haben ein paar spassige und flowige Alternativen in den Wald gefahren.

Die Tageskarte kostet übrigens CHF 44.- und ist nicht auf andere Bahnen übertragbar. Schwach. Mit einem Einheimischen Gleitschirmflieger haben wir uns lange über dieses Thema unterhalten und können nur noch anfügen: Die Bahnbetreiber in der Gegend scheinen nicht die Hellsten zu sein und machen sich gegenseitig das Leben schwer. Bleibt zu hoffen, dass sich das in naher Zukunft ändert, denn das Gebiet hat auf jeden Fall Potential.

Flims Laax Naraus Cassons Runcatrail MTB Freeride Downhill

Die Tschingelhörner von Cassons (Flims)

Wir sind dann doch noch äusserst entspannt, erholt und mit vielen neuen Erinnerungen nach Hause gekommen. Wieder ein perfektes Herbstweekend mit bestem Wetter in den Bergen. Ich fand den Herbst schon immer sehr geil zum Biken, aber dieses Jahr schlägt einfach alles. Farbenprächtige Wälder, stahlblauer Himmel, 20 Grad und perfekte Trails.

Geht Biken!!!!

Aber zuerst schaut ihr euch schön brav noch unsere Fotos aus Flims an: http://www.flowzone.ch/images/thumbnails.php?album=83

 

Author: Serki

Leidenschaftlicher Mountain Biker seit 1995.
Baujahr: 1975 | Länge: 187 cm | Breite: 90 Kg
Bikes: Banshee Spitfire, Santa Cruz Chameleon, Specialized Demo

6 Kommentare:

  • Cool! De gömmer doch nomol is Wallis! JIPPIIIIIEEEEE!!! 8-)

    Ufe Aletsch…? Oder hesch no e besseri idee?

  • Freue mech ja gar ned. Morn morge (Friitig) am sibni gohds los.

    Schönes Wetter, wir kommen… :-P

  • echt geile bilder. der Trail ist ja der Hammer. wäre ja auch was für unsere Ferientage gewesen…. :D

    übrigens: gehen morgen (mittwoch) abend in den Skatepark Sarnen für ne film-session. falls du auch noch lust bekommst…

    es grüsst

  • Du willst ja immer nur streeten ;-)

    Ich schau mal, aber hätte eigentlich noch ein paar familiäre Verpflichtungen :roll:

  • Hab am Freitag übrigens frei, falls sich mir jemand anschliessen möchte. Das Wetter scheint soweit ganz in Ordnung zu sein. Mal schauen, wohin es mich diesmal verschlägt 8-)

  • klar, be debi!!

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Erstellt von am 14. Oktober 2008