Es sind nun schon einige Monate vergangen, seit ich den Five.Ten Freerider Pro aus dem Karton zog, den mir mein Pöstler 5 Minuten zuvor in die Hand gedrückt hatte. Erster Gedanke: «Wow, verdammt schöner Schuh.». Und auch wenn der mittlerweile eineinhalb jährige intensive Gebrauch seine Spuren hinterlassen hat, denke ich das nach wie vor. Deshalb und weil der Schuh zum Lieblingsteil wurde, soll ihm an dieser Stelle ein Erfahrungsbericht geschuldet sein.
Anmerkung: Wer sich beim Betrachten der Bilder denkt «Männermodell von Frau getestet?», hat die Ausgangslage korrekt analysiert. Ich kann in Sachen Fusslänge/-breite locker mit vielen Männern mithalten und trage notgedrungen fast ausschliesslich Männerschuhe beim Sport.

Passform und Tragekomfort

Aber zurück zum Five Ten Freerider Pro: Den zweiten «Wow-Moment» erlebte ich beim Hineinschlüpfen. Der Fuss wird von der ergonomischen Ortholite Innensohle automatisch richtig positioniert und vom weichen Wulst an der Innenseite der Öffnung unterhalb der Knöchel fixiert. Gleichzeitig lässt er im Schuh drin aber genug Platz, damit sich das für den Five Ten Freerider typische «Finkengefühl» einstellt. Bei der richtigen Grössenwahl (und das ist bei Five Ten ja tendenziell eine halbe Grösse plus), überzeugt der Schuh schlichtweg mit einem perfekten Sitz.

Materialcheck

Einen Vorbehalt, den ich bezüglich dem synthetischen Obermaterial hegte war, dass die Atmungsaktivität hier wohl ein Werbeversprechen bleiben würde. Glücklicherweise löste sich diese Befürchtung schon nach der ersten schweisstreibenden Tour in Luft auf (haha Wortspiel). Dank den sauber gestanzten und schaumstoffunterlegten Luftlöchern an der Oberseite, funktioniert die Belüftung gut und die Socken bleiben trocken. Zur Wetterfestigkeit bleibt zu sagen, dass Regen und Schlamm verlässlich abgehalten werden. Als ich einmal einen Bach unvorsichtig durchquerte und das Wasser von oben in die Luftlöcher gedrückt wurde, kam jedoch auch dieses Materialkonzept an seine Grenzen. Aber Hand aufs Herz, welcher geschnürte Bikeschuh hält komplett in Wasser getaucht schon dicht?

Verarbeitung 1A

Die Verarbeitung des Five Ten Freerider Pros ist sehr wertig, was man bei diesem Preispunkt aber auch erwarten darf. Oberschuh und Sohle sind sauber verleimt und im Vorderfuss Bereich sogar vernäht. Die Schuhbändel sind in der Mitte 1x durch die Zunge gezogen. So verrutscht diese beim Anziehen nicht und verursacht keine Druckstellen. Eine weitere erwähnenswerte Eigenschaft ist die verstärkte Zehenkuppe. Diese ist innwendig mit stossdämpfendem Schaumstoff ausgekleidet und hat meine Zehen mehrmals bei auf Bike & Hike Touren vor schmerzhaftem Steinkontakt geschützt.

Legendärer Grip

Auf den berühmten Grip der Five Ten Stealth Sohle auf Flat Pedalen muss ich an dieser Stelle wohl nicht weiter eingehen. Nur so viel: Daran hat sich auch mit der neuen Stealth S1 Dotty Sohle nichts geändert. Egal ob ich mit dem Freerider Pro Uphills kurbelte, «Bunny hüpfte», zwischen Wurzeln und Blöcken herumwurstelte oder mein Bike Wanderwege hochwuchtete… der Freerider Pro krallte sich immer verlässlich dort fest, wo ich ihn platzierte. Die neue Sohle ist ein kleines bisschen steifer geworden, bietet aber dennoch ein gutes Gefühl für Pedale und Untergrund. Fahrerinnen/er wie ich, die auch mal gerne ein paar Schritte mit dem Bike schiebend/geschultert zurücklegen, schätzen sowohl die erhöhte Sohlensteifigkeit, als auch die darunterliegende dämpfende EVA-Zwischenschicht. Die Füsse werden weniger schnell müde.

Langzeitnutzung

Die gute Verarbeitung des Five Ten Freerider Pros bestätigt sich auch nach mehrmonatiger Intensivnutzung. Abgesehen von einer leichten Dreck-Patina und ein paar Kettenöl-Striemen, weist der Schuh weder aussergewöhnlichen Abrieb, noch ausgefranste Nähte oder sonstige Qualitätsmängel auf. Die Formstabilität der stossdämpfenden Komponenten (Innen- und Zwischensohle) ist nach wie vor gegeben – und der Schuh war und bleibt sehr pflegeleicht. Ich kann den Five Ten Freerider Pro, den es mittlerweile in einer Neuauflage und in neuen Farben gibt, jedem weiterempfehlen, der einen leichten und bequemen Allrounder für März bis November sucht.

www.adidasoutdoor.com/fiveten-brand

Author: Niggi

Niggi verbringt ihre Zeit am liebsten auf 1’500 bis 3’500 Metern über Meer. Sie fährt neben ihrer alten Dame, einem Santa Cruz VP Free, auf einem Yeti SB und ist gerne im Bündnerland und Wallis unterwegs. Touren mit schnellen Abfahrten stehen bei ihr hoch im Kurs.

2 Kommentare:

  • I agree: ein Hammer-Schuh was Komfort, Verarbeitung und Style anbelangt! Einzige Anmerkung: die Sohle wurde tatsächlich etwas steifer gemacht im Vergleich zum alten Freerider und man hat dadurch einen Ticken weniger Grip auf dem Pedal. Ist etwas gewöhnungsbedürftig…

  • Bin Deiner Meinung, Peti. Wenn man den Schuh direkt mit dem alten, klebrigen Freerider vergleicht, muss man die seine Füsse tatsächlich ein bisschen neu kalibrieren. Dies liegt aber meiner Meinung nach vor allem am Sohlenaufbau (resp. auch an der Zwischensohle?) – und weniger an der S1 Dotty Gummimischung selbst. Verglichen mit anderen Five Ten Modellen, finde ich den Grip-Unterschied nämlich nicht merklich. Aber wie Du sagst: Als Direktnachfolger braucht er sicher ein bis zwei «Angewöhnungsritte».

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Erstellt von am 15. November 2018