Endlich habe ich meine eierlegende Wollmilchsau gefunden.

Seit bald zwanzig Jahren träume ich von einem stabilen, agilen, leichten und leichtgängigen Bike, welches mich nicht nur bergauf überzeugt, sondern auch bergab happy macht. Bei einem Kampfgewicht von über 90 Kilo war das reines Wunschdenken, hauptsächlich was die Haltbarkeit anging. Unter den Entwicklern gibt es nicht umsonst den Spruch „Leicht, stabil, günstig – such Dir zwei aus“ – aufgrund der fehlenden Technologien gelang es bis vor wenigen Jahren nur wenigen Hersteller, ein haltbares Bike ohne Gewichtsexperimente hinzubekommen, welches genügend Federweg für harte Abfahrten bot, unter 15 Kilo war und sich berghoch richtig gut fahren liess. Leichtere Fahrer haben es diesbezüglich einfacher, aber sobald man nicht ins Schema passt, wird es schwierig.

Jetzt habe ich es gefunden: Mein neues Bike ist ein Banshee Spitfire, aufgebaut mit den neusten Technologien wie 1×11, versteckte Vario-Stütze, 650b und was man sich sonst noch wünscht. Das Gewicht liegt bei wenigen Gramm über 14 Kilo, runter lässt es mich meinen Downhiller kaum vermissen und hoch rollt es besser als mein Hardtail.

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Hinterbau

Die VPP Kinematik hat mich schon bei den ersten VP Free von Santa Cruz überzeugt. Trotz Kampfgewicht von über 18Kg liessen sich diese Bikes hochpedalieren, als hätte man ein CC-Bike unter sich. Aus meiner Sicht das beste Hinterbausystem. Solange man das Gewicht nicht spürt und nicht bei jeder Pedalumdrehung das Gefühl bekommt, die ganze Kraft in die Federung zu pumpen, darf man sich nicht beklagen. Bei einem Bike mit nur 140mm Federweg fallen diese Vorteile sogar noch grösser aus. Mit dem Climb Switch des CC DB Air kann man das leichte Wippen zusätzlich minimieren.

Bergab klebt das Hinterrad am Boden, wie bei keinem anderen Bike, das ich bisher gefahren bin. Der Canecreek Dämpfer tut seine Arbeit unauffällig und es stimmt einfach Alles. Einmal eingestellt muss man wirklich nichts mehr fummeln. Eine solche Performance hätte ich weder von einem 140mm Hinterbau, noch von einem Luftdämpfer erwartet. Chapeau!

banshee spitfire review

Lenkwinkel, Sitzwinkel und Kettenstrebenlänge lassen sich anpassen (FlipChip).

Antrieb

Lange habe ich mir überlegt, ob ich wirklich dem neuen Schaltungstrend folgen und mein neues Bike mit einer 1×11 Schaltung ausrüsten soll. Ich bin keine Bergziege und fahre eher langsam und konstant – schön gemächlich im kleinsten Gang. Die etwas kleinere Schaltungsbandbreite liess mich zweifeln, also probierte ich es auf meinem Hometrail aus und war ganz schön überrascht. Das Testbike war das Spitfire von Jan, ausgestattet mit Custom 1×10. Am steilsten Anstieg wurde mir klar: An keinem anderen Bike würde ich 11-fach fahren wollen, aber bei diesem Bike mit diesem Hinterbau war es möglich.

Nun bin ich schon ein paar Monate unterwegs und musste nirgends absteigen, wo ich vorher nicht auch abgestiegen wäre. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kein Umwerfer, keine Kettenführung und ein Schalthebel weniger – einfacher lässt sich kein Gewicht einsparen. Mit dem XTR-Hebel kann ich jeweils 2 Gänge auf einmal runter- und gleich 4 Gänge auf einmal hochschalten. Die Kette ist mir auch auf den wildesten Ritten nicht abgesprungen und die Umstellung war kinderleicht. Ich vermisse Nichts.

banshee spitfire review test

Shimano XT 1×11 – Wird den Anforderungen gerecht

banshee spitfire review

Banshee Spitfire – Der bisher beste Allrounder, den ich hatte. (Hier noch im Aufbau)

Laufrad

Ein weiterer Punkt, an dem ich mir fast die Zähne ausgebissen hätte: 26 oder 27.5?

So viele Theorien und Meinungen von allen Seiten – da gibt’s nur eins: Selber ausprobieren. Bei Magma-Bike in Merveiller durften wir zwei Spitfires mit den grösseren Rädern testen und ich wurde bereits bei der ersten Abfahrt vom Gegner zum Fan. Zugegeben, Kurven und schnelle Richtungswechsel waren anfangs gewöhnungsbedürftig, aber den enormen Gripvorteil habe ich sofort gespürt.

Ich fuhr schräg auf eine nasse Wurzel zu und wusste aus Erfahrung: Jetzt muss ich absteigen – aber mit dem grösseren Laufrad rollte ich einfach drüber. Eindrücklich.

Seit ich nun mit den grösseren Rädern unterwegs bin, fällt mir vorallem die bessere Rolleigenschaft berghoch auf. Vorbei sind die Zeiten, wo ich hechelnd und mit letzter Kraft bei jeder Pedalumdrehung voll reintreten musste – Wenn mein Bike rollt, muss ich die meiste Zeit nur noch meine Beine bewegen. So fühlt es sich jedenfalls an. Es ist, als wäre ich fitter (was leider nicht der Fall ist). Bei einem Trailbike, welches auch mal Touren und längere Aufstiege bewältigen muss, würde ich wieder auf diese Radgrösse setzen.

banshee spitfire review

27.5 – you got me

banshee spitfire review test

Uptimizer – unauffällige Perfektion

Aufbau

Banshee Spitfire V2 2015, Federweg: 140mm, Grösse: L, Farbe: Raw

Dämpfer: Cane Creek Double Barrel Air

Gabel: Rockshox Pike RCT3 160mm

Bremsen: Shimano XT (200mm vorne – 180mm hinten) mit metallischen Belägen

Antrieb: Shimano XT/XTR 1×11 (30 Zähne vorne, 11-42 hinten)

Tretlager: Chris King

Steuersatz: Chris King InSet i2

Laufräder: Stan’s NoTubes ZTR Flow EX 650b (1650g)

Reifen: Maxxis Highroller II 2.3 vorne, Maxxis Ardent 2.4 hinten

Vorbau: Foride ST45 (foride.com) (125 g inkl. Schrauben)

Lenker: Thomson Downhill 12mm Rise Kore OCD 35mm Rise (765mm)

Sattelstütze: YEP Uptimizer HC

Sattel: WTB Rocket V

Pedale: NC17 Studpin Pro III

banshee spitfire review

Treue Begleiter (Shimano XT Discbrakes)

Geometrie

Die Geometriedaten haben mich (nach den vielen Lobhuldigungen von Jan) aufmerksam auf dieses Bike gemacht. In den letzten Jahren ist viel passiert, was die Geometrie von Mountain Bikes angeht und ich wollte keine falschen Entscheidungen treffen. Mit einem einstellbaren Lenkwinkel von 66 – 67 Grad, einem angenehm steilen Sitzwinkel von 74 – 75 Grad, in Zusammenhang mit dem kurzen Hinterbau und dem eher langen Oberrohr, war ich begeistert von den abfahrtsorientierten Daten bei einem Bike mit so wenig Federweg.

Eckdaten für Banshee Spitfire Grösse L mit 650b:

Lenkwinkel: 66° – 67°
Sitzwinkel: 74° – 75°
Radstand: 1191mm
Kettenstreben: 433mm – 437mm
Reach: 455mm
Lagerhöhe: 333mm – 345mm

banshee spitfire review test

Aufgeräumt

banshee spitfire

So sieht die Farbe (Raw) aus der Nähe aus. Ist aber alles andere als roh, sondern aufwändig bebürstet und lackiert.

Erfahrungen

Rockshox Pike: Meiner Madame habe ich die nötige Menge Luft eingefüllt und die Dämpfung nach Hersteller-Angaben konfiguriert – Lief auf Anhieb wie geschmiert. Bei mir musste ich nach langem Tüfteln herausfinden, dass ein Bottomless-Token hilfreich sein kann. Die Einstellungen wirken sich sofort aus und 5 PSI können einen grossen Unterschied ausmachen.

Cane Creek Double Barrel: Nach Herstellerangaben einstellen. WICHTIG: Der Sag muss genau stimmen, sonst nützen auch die Dämpfungseinstellungen nichts.

Lenkerhöhe: Was in den letzten Jahren zum Trend wurde, geht wieder in die entgegengesetzte Richtung. Low-Rise Lenker sind in Mode gekommen, weil sie essentiell für einen aggressiven Fahrstil waren. Die heutigen Bikes bauen aber so tief (kurze Steuerrohre, integrierte Steuersätze), dass man eher frontlastig auf dem Bike sitzt. Zur Zeit habe ich wieder einen Lenker mit 35mm Rise und 25mm Spacer unter dem Vorbau.

Federweg: 140mm mag nach wenig Federweg klingen, aber in Zusammenhang mit der oben erwähnten Performance, fühlt es sich bergab nach mehr an. Auf der anderen Seite merkt man beim Herauspedalieren aus Kurven oder bei einer spielerischen Fahrweise keine negativen Einflüsse der Federung, sondern behält ein agiles und sprungfreudiges Bike. Was soll ich sagen, es ist ein Wunder.

Dämpfer: Ich habe mich aus Gewichtsgründen für den CaneCreek DoubleBarrel Air entschieden. Bei intensiver Nutzung mit 90Kg Kampfgewicht könnte der CCDB Inline überhitzen, habe ich gehört. Madam hat sich für für den Inline entschieden und ist sehr zufrieden damit. Hinsichtlich Performance sind beide Dämpfer sicher mehr als zufriedenstellend.

FlipChip: Auch wenn es extrem reizvoll ist, den FlipChip in der Einstellung „low“ zu montieren, sollte man sich gut überlegen, ob das nötig ist. Ich fuhr die ersten Monate in dieser Einstellung, einfach weil ich den flachsten Lenkwinkel haben wollte (66°). Nach einigen Überlegungen wechselte ich auf die neutrale Position und war überrascht, wieviel Agilität plötzlich vorhanden war. Die Kettenstrebe schrumpft um 2,5 mm, der Sitzwinkel wird noch steiler und der Lenkwinkel ist mit 66,5° immernoch flach genug. Vorläufig bleibe ich bei dieser Einstellung, da ich etwas Wendigkeit bevorzuge und bei Highspeed immernoch zufrieden bin. Ausserdem klettert es jetzt noch besser.

banshee spitfire review test

Das Cockpit: Foride ST45 Vorbau, Kore OCD, Chris King InSet, 25mm Spacer

Nachteile

Es ist ein neues Bike und somit fällt es mir natürlich schwer, Nachteile zu finden. Das Verhalten in engen Kurven habe ich ja erwähnt. Das tiefe Tretlager hat natürlich nicht nur Vorteile, aber damit steht dieses Bike nicht alleine da. Die etwas fummelige Montage des Uptimizers war ebenfalls unangenehm. Für die langen Wartezeiten bei gewissen Produkten (Sram, Schwalbe), kann das Bike auch nichts dafür. Das einzige, was man dem Bike vorwerfen kann: Es will aggressiv gefahren werden, sonst fühlt es sich schnell träge an.

banshee spitfire review

Erstaunlich wie einfach dieser Dämpfer einzustellen ist und wie unauffällig optimal er funktioniert

Fazit

Ich habe mehr Lust auf Biken. Was könnte man sich von einem Bike mehr wünschen? Noch nie habe ich ein Bike so schnell lieben gelernt und noch kein Bike gab mir ein so zufriedenes und ungestresstes Gefühl beim Biken. Gemütlich cruisen? Ohne Anstrengung. Aggressiv fahren? Mit Freude. Strenge Tagestour? Aber gerne.

Nichts ersetzt das geliebte All-Mountain Bike, welches die grössten Abenteuer mitmacht, sich auch in einem Bikepark nicht verstecken muss und die Trails am Hausberg zu einer Freude macht. Kein Bike ist besser, als jenes, das einen öfter aufs Bike hüpfen lässt. Endlich habe ich auch so eins.

Kaufabsicht?

Du hast diesen Beitrag gelesen, weil Du interessiert an diesem Bike bist? Dann würde ich vorschlagen, dass Du es bei der nächsten Gelegenheit selber testest. In Worten lässt sich das Fahrverhalten schwer erklären und meine Vorlieben und Abneigungen sollen Deine Sicht dieses Bikes nicht trüben. Also ab zum nächsten Händler (oder gleich zu magmabike.com) und einen Termin abmachen.

bansheebikes.com

magmabike.com

yepcomponents.com

bergwerk.ch

interbike.ch

Author: Serki

Leidenschaftlicher Mountain Biker seit 1995.
Baujahr: 1975 | Länge: 187 cm | Breite: 90 Kg
Bikes: Banshee Spitfire, Santa Cruz Chameleon, Specialized Demo

25 Kommentare:

  • Schönes bike! Congrats! Doch meine Frage lautet, warum das „spitfire“ und nicht das „rune“ mit 160mm travel zu der Pike mit auch 160mm travel? Sitzwinkel sind an beiden gleich nur der Steuerkopfwinkel ist beim „rune“ 1° flacher. LG Beat

  • Hi Beat und Danke!
    Die fast endlosen 140mm vom Spitty sind absolut ausreichend für mich, dafür ist es agiler und hüpffreudiger. Ausserdem habe ich auch das Spitfire auf Lenkwinkel 65.5 gestellt, da mir 65 zu flach waren (flacher ist nicht immer besser, musste ich feststellen). Kannst es gerne mal Probefahren, falls du dir ein Bild davon machen möchtest. Das Rune macht fast alles platt, während das Spitfire noch die nötige Spritzigkeit behält, besseres Feedback vom Untergrund und der enorme Vorwärtsdrang beim Reintreten sind für mich die besten Argumente. Hab schon von einigen gehört, die vom Rune wieder zurück zum Spitty sind…

  • Superschönes Alubike! RAW finish rockt irgendwie immer :) Vom Verhalten her also verhält es sich hier auch wie bei Norco mit dem Range (macht alles platt) zum Sight.

  • Du sagst es. Obwohl bei Norco die Unterschiede noch etwas deutlicher sind. Bei Banshee bekommt man fast das selbe, einfach die letzten 10% noch spezifisch auf Enduro/Freeride beim Rune oder auf All-Mountain beim Spitty. Je nachdem was einem mehr liegt.

  • würde mir eins zulegen, aber warum wird das fahren enger, technischer Kehren als eher ungeeignet bewertet? nur wegen der Laufradgröße?

    Greets Philipp

  • Hi Philipp. Eventuell sollte ich den Bericht diesbezüglich revidieren. Dieses Gefühl kam nämlich nur in der Einstellung LOW auf, weil mir der Lenkwinkel zu flach und die Kettenstrebenlänge etwas zu lang war. Seit ich auf die mittlere Einstellung gewechselt habe, ist das Teil auch in sehr engen Kurven problemlos zu steuern. Im Nachhinein einer der grössten Vorzüge des Rahmens: Die individuelle Einstellung der Winkel und Länge.

  • Hy Serki! Also lange Streben flacher Lenkwinkel?
    Mein Enduro hat 64,5 LW,445er Kettenstreben, bei 1180 Radstand komme ich trotzdem um enge Kehren, ich bin jedesmal überrascht wie das überhaupt möglich ist☺ dennoch ist mir die Möhre zu träge(17kg mit Rohloff?) und ich würde zugunsten von Spritzigkeit/Agilität wieder zum Trailbike wechseln. Jetzt: Spitfire, Devinci Troy oder das neue icb 2.0 (alutech).Mondraker Foxy Carbon wäre auch noch was…
    Nach deinem schön detailliertem Praxisbericht denk ich natürlich:
    M-U-S-S S-P-I-T-F-I-R-E K-A-U-F-E-N ???
    Bis auf die Kehrengeschichte, da war ich mir wieder unsicher…
    Fahre halt gerne Singletrails gerne auch mal in Richtung langsam und technisch und da würde ich gefühlt sagen Spitfire!
    Dein Bericht bestärkt mich da noch etwas?

    Grüße aus dem Wald

    Philipp

  • Uff, im Ernst? Das klingt nicht unbedingt nach einer Spitzkehr-Maschine mit diesen Angaben.. Wenn ich denke, dass ich mit 66° und 437er Strebe nicht happy war :)
    Also zum neuen ICB kann ich nicht viel sagen, aber auf das Troy setzen enorm viele Leute und sind auch brutal happy. Ist halt noch etwas steiler im LW, noch etwas kürzer an der Strebe und gesamthaft.. eher eine Mischung aus AM- und Enduro-Bike. Mein bester Tipp: Draufsitzen – wenn’s geht auf einem Trail, den Du kennst. Besser kann man ein Bike einfach nicht beurteilen. Aber vom Gefühl her, machst Du mit einem Spitty nichts falsch. Das fahren inzwischen 3 Flowzoner und sind begeistert, ein vierter folgt in Kürze.. :D
    Grüsse in den Wald

  • Hy! Ja, reinsitzen : aufm Troy hab ich nur aufm Hof mal ne Runde gedreht, nicht sehr aussagekräftig. ..
    Aufgebautes Spitfire? Kenn keinen der das hat, weder privat noch im Laden…
    und ICB wird erst noch beim Jürgen (Alutech) zusammengeschweisst, Auslieferung ab April 2016…
    Also??? Kein Geoblatt ersetzt die Probefahrt schon klar, aber wie soll ich probefahren?
    Noch dazu aufm Hometrail stundenlang?? Also bleiben mir nur Vergleiche mit meinen aktuellen Bikes, und so schön detaillierte Praxistests wie deiner?

    Gruß Philipp

  • Danke für die Blumen :)
    Ja, das ist nicht immer so einfach, hast Du schon recht.
    Magmabike in Merveiller, Schweizer Hauptimporteur: Hat uns herzlichst emfpangen, 2 Bikes und einen Shuttle-Service organisiert.. Lohnt sich nur schon für die geilen Trails im Jura ;-)
    http://www.magmabike.com/

  • Hy Serki!

    Hab jetzt nach langem hin und her ein Spittyrahmen bestellt, muss es noch aufbauen, wenn alles fertig ist, meld ich mich nochmal, wehe es fährt nicht so gut wie du sagst ????
    Ne Quatsch! Erstmal guten Rutsch!

    Gruß Philipp

  • Hi Philipp

    Ich übernehme die volle Verantwortung :D Ne Du, wenn Du da nicht happy wirst, dann weiss ich also auch nicht ;-)
    Danke Dir, viel Spass mit Deiner neuen Rakete und auch Dir ein gutes neues Jahr! Bin gespannt auf Dein Bike

    Ride on!
    Serki

  • Hallo Flowzone!
    Danke vielmals für euren super ausführlichen Bericht, ist wirklich sehr lesenswert!
    Eine schier unmögliche Fragestellung hat mich auf eure Seite geführt: Spitfire oder Rune?
    Ich möchte gerne mein in die Jahre gekommenes Torque und das Demo zu einem Bike fusionieren, das dann eine Ergänzung zum Trail Hardtail darstellt.
    Habt ihr beide Bikes schon mal im direkten Vergleich gehabt?
    Ich lebe in Innsbruck, fahre also viele Alpentrails, Nordkette natürlich und gerne im Südtirol, parks selten, Fahrtechnik ist gut und präzise.
    Beide Rahmen könnte ich zum gleichen Preis mit RS Monarch Plus und MRP stage beziehen, ist daher nicht entscheidend.
    Habt ihr einen Rat für mich?
    Danke im voraus
    Johannes

  • Hi Johannes

    Danke für die Blumen und deinen Kommentar.
    Das Torque kenne ich persönlich nicht, aber kenne einige Biker, die davon begeistert sind. Das Demo spricht für sich und durfte ich nun auch schon 2 Jahre fahren.
    Als Ergänzung zum Hardtail und als Ersatz für so hochkarätige Abfahrtsbikes würde ich dir wohl eher zum Rune raten. Zwischen dem Hardtail und dem Spitfire sind zwar auch Welten, aber einen Downhiller mit einem Allmountain Trailbike zu ersetzen wird schwer. Ich sehe das Dilemma…
    Auf dem Rune konnte ich nur eine kleine Parkplatzrunde drehen. Im Vergleich zum Spitfire bot es massige Reserven in der Federung.
    Bleibst Du abfahrtsorientiert und willst es RICHTIG krachen lassen, dann bist du mit dem Rune evt. besser bedient. Ist jedenfalls näher zu Torque und Demo. Würdest Du auf 2 Zentimeter Federweg verzichten, wenn Du dafür ein agiles und sprungfreudiges Bike hast? Anders gefragt: Würden dir 16cm Federweg genügen oder müssten es 18cm sein an deinem Torque? Wenn du mit weniger leben kannst, dann würde ich das Spitty empfehlen (fühlt sich an wie 16cm). Ansonsten eher das Rune, welches sich anfühlt wie 18cm Federweg… also eher Richtung klassischer Freerider.
    Hoffe, dass dir das weiterhilft und nicht noch mehr verwirrt ^^
    Ich an deiner Stelle? Hmm.. ich glaube ich würde auf das Spitty setzen. Die modernen Geometrien holen mehr aus dem Ride, als zusätzlicher Federweg. Und es soll ja auch nicht zu langweilig werden ;-)
    Beste Grüsse und viel Spass auf den Trails
    Serki

  • Hallo Serki,
    danke vielmals für die schnelle Antwort! Das Demo habe ich mir eigentlich nur für die Nordkette hier in Innsbruck gekauft und ich wollte mal mehr Park fahren, das macht mir aber nicht so viel Spaß und nur ein Bike für eine sehr spezielle Strecke…eher Luxus!
    Rein optisch finde ich das Spitti sehr viel eleganter und es entspricht meinem Fahrstil, ich mag es gerne direkt und suche meine Linien!
    Für die Nordkette bietet sich allerdings das Rune an, da es doch noch einen flacheren Lenkwinkel und längeren Radstand hat und dadurch wahrscheinlich mehr Reserven bietet.
    Das Torque FR 9 ist aus 2009 und von dem Geo-Datenblatt sehr unterschiedlich zum Spitti, steilerer LW (67,5), kürzerer Radstand, höherer Stack, Reach gabs damals noch nicht als Geo Bezeichnung, wird denk ich aber kürzer sein.
    Wenn man sich die Videos der Teamfahrer so anschaut dann muss man ehrlich sagen, dass man weder das eine, noch das andere so wirklich an die Grenzen bringen wird :)
    Eins wollte ich noch wissen, wie verhält sich das Spitty, wenn viele schnelle Schläge aufeinander folgen, also die klassische Situation: Bremswellen vor Kurven und größere aber im Boden noch feste Steine?
    Danke wiedermals im voraus für die Antwort und
    Liebe Grüße aus Tirol
    Johannes
    P.S.: falls ihr die Nordkette und den Singletrail noch nicht kennt, kann ich euch gerne mal eine Einführung geben!

  • Ja dann ist ja der Fall eigentlich klar ;-)
    Ich hatte noch nie ein Bike, welches das Hinterrad so gut am Boden halten konnte und dennoch eine so feinfühlige Federung bot. Auch wenn es schnell und richtig ruppig wird. Ob das jetzt am Double Barrel oder dem VPP Hinterbau liegt, kann ich nicht sagen. Da sich die neuen Santas auch so verhalten, tipp ich mal auf den Hinterbau. Aber irgendwann merkt man schon, dass nicht endlos Federweg da ist. Bis dann bin ich meist schon weit ausserhalb meiner Wohlfühlzone ^^
    Viele Parktrails bin ich letztes Jahr aber auch noch nicht gefahren damit, also kann ich noch nicht viel darüber sagen. Kommt ja auch viel auf die Einstellung der Federung an bei Bremswellen. (Vielleicht kann da Jan noch mehr dazu sagen?)
    Liebe Grüsse zurück und Danke für das Angebot! Komme ich gerne mal darauf zurück, dann können sich unsere Spitties kennenlernen ;-)

  • Klar kann ich noch was dazu sagen. Ich fahre seit 3 Jahren das Spitfire und habe kein Bedürfnis nach einem anderen Bike. Warum. Weil das Ding seiner Zeit allen anderen was Federung und Geometrie um Längen voraus war. Ich fahre noch 26 Zoll und bin zufrieden damit, könnte aber auch 650b umstellen, wäre nur mit Kosten verbunden…

    Ich habe das Spitfire über alles mögliche geprügelt, von pfeilschnellen Mittelgebirgs-Singletrails über Alpines Gelände und auch über Downhillpisten. Die Federung ist super sensibel, schluckt aber keine Pedalierenergie und das Ding geht beim reintreten nach vorne wie eine Rakete (und das ohne ein Propedal o.ä. am Dämpfer bei mir). Wie Serki sagt, wenn man an die Grenzen kommt ist man schon sauschnell unterwegs. Klar sind 140mm nicht so viel wie 200mm eines DH, aber die 140 können meiner Ansicht nach nicht effizienter genutzt werden als im Spitfire. Fühlt sich bergab nach mehr an… In der Summe hatte ich mit keinem Bike mehr Spass bisher… Kurze, schnelle Schläge schluckt das Fahrwerk beeindruckend, werden die Löcher zu gross kann aber auch der beste Hinterbau nichts ausrichten…

    Zur Frage Spitfire oder Rune kann ich selbst nicht viel sagen, kenne jedoch Leute die mit dem Rune unterwegs sind. Auch die sind zufrieden, das Spitfire ist etwas agiler und man sagt, dass das Spitfire eigentlich das bessere Bike sei – wenn auch die Unterschiede wohl nicht so gross sind…

    Bräuchte ich wieder ein Bike, würde ich wohl wieder ein Spitfire kaufen…. ;-)

  • Hallo Serki und Jan,
    danke vielmals für die super Erfahrungsberichte, die Fakten verdichten sich, dass das Spitti für mich das bessere Radl sein wird.
    Jetzt muss ich nur mehr einen Abnehmer für das Demo finden und ich roll auf einem Banshee :)
    Werde berichten, sobald es was zu berichten gibt ;)
    Liebe Grüße
    Johannes

  • Hallo Flowzoner!
    Es tut sich was…
    wartet auf ein update :)

  • Ein kleines Update nach einem Jahr auf dem Banshee Spitfire: Immernoch das beste Bike, das ich je hatte. Mein Hardtail und meinen Downhiller habe ich das ganze Jahr nicht einmal aus dem Keller geholt. Ein „do-it-all“ Bike, welches sowohl auf Bikepark-Strecken wohlfühlt, als auch auf den lokalen Trails, welche ich früher mit dem Downhiller gefahren bin. Wohlfühlfaktor = 100%. Es schluckt freudig alles aus dem Weg, bis auf die ganz üblen Rock-Sections, fährt weitaus agiler als ein Downhiller und beschleunigt wie ein Hardtail. Ich würde mir sofort nochmal eins kaufen!

  • Hi Serki,

    auf der Suche nach Infos zum Spitfire bin ich auf deinen Bericht gestossen. Klasse !!!

    Fahre immer noch ein 601MK1 mit 160/180. Und bin – wieder einmal – auf der Suche nach was agilerem/neuem.

    Ich bin knapp unter 90 kg. Wegen der Rahmengrössenwahl möchte ich die fragen wir gross du bist ?

    Danke !

    Ciao David

  • Hi David. Dankeschön!
    Ich bin 1.87 gross und bin sehr zufrieden mit der Grösse L. Kleiner würde ich auf keinen Fall gehen, grösser wäre für mich wohl zu gestreckt vom Reach her (hab proportional eher lange Beine und kurzen Oberkörper)
    Wünsche Dir jetzt schon viel Spass mit Deinem neuen Bike! ;-)
    Beste Grüsse, Serki

  • Danke !

    Steht jetzt Zuhause in L. :-) (ich konnte ein gebrauchtes 2015 kaufen)
    ich bin zwar 1.93 aber ein XL kam nicht in Frage. Stabil und Agil soll es sein. Komme erst nächste Woche zum fahren – bin aber schon sehr sehr gespannt.

    Ciao David

  • Hihihi… Nur ein kleiner Tipp bzgl. des von dir erwähnten Aufziehens der Reifen im Schlauchlos-Betrieb ;-) … Habe da selber eeeewig gewurstelt, bis mir jemand den entscheidenden Tipp gegeben hat…

    Felgen haben in der Mitte so eine durchlaufende Wölbung nach innen – wenn man auf das „Innenleben“ der Felge schaut. Wenn du den Mantel auf einer Seite aufgezogen hast, einfach die innere Wulst des Mantels in diese Mulde schieben. Dort ist der Durchmesser der Felge kleiner als auf dem äusseren Bereich. Dadurch hast du Luft satt, um auch die andere Seite des Mantels aufzuziehen. Das funktioniert echt wunderbar. Seit dem ich das weiss, brauche ich kein Werkzeug oder sonstige Hilfsmittel mehr.

    Nur falls es noch nicht bekannt war ;) *KlugscheissModusaus*

  • Hi Chris. Vielen Dank für den Tipp! Den kenne ich zum Glück auch schon eine Weile, der beste Trick um Reifen aufzuziehen. Unglücklicherweise hatte ich unsauber mit dem Felgenband gearbeitet und er hat sich gewölbt, dann wird es schwierig mit Aufziehen ;-)
    Danke nochmal!

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Erstellt von am 18. September 2015